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Pressemitteilung Nr. 29 23. Mai 2016 Philipp Deschermeier

Neue IW-Bevölkerungsprognose: Und wir wachsen doch

Im vergangenen Jahr kamen 1,1 Millionen Ausländer mehr nach Deutschland als fortzogen. Doch die Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamts berücksichtigt diese Rekordzuwanderung und die gestiegenen Flüchtlingszahlen nicht. Deshalb hat das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) eine neue Prognose erstellt: Anders als lange angenommen wächst die deutsche Bevölkerung in den kommenden 20 Jahren – und altert trotzdem.

Referenz für die Bevölkerungsentwicklung ist derzeit die 13. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes aus dem Frühjahr 2015. Darin hatte es für 2015 eine Nettozuwanderung von 500.000 Menschen angenommen, tatsächlich kamen 1,1 Millionen. Zusätzlich dürften bis zu 400.000 nicht erfasste Flüchtlinge im Land leben, so viele Asylanträge waren Ende 2015 noch nicht entschieden.

Diese neuen Informationen ließen die IW-Forscher nun einfließen: Derzeit leben in Deutschland 81,9 Millionen Menschen, bis 2021 wird die Einwohnerzahl auf 83,9 Millionen steigen. Hauptursache ist die hohe Nettomigration – wobei von den zwei Millionen Einwanderern im Jahr 2015 nur etwas über die Hälfte Flüchtlinge waren. „Deutschland wird auch wegen seiner niedrigen Arbeitslosigkeit als Einwanderungsland immer attraktiver“, sagt IW-Geschäftsführer Hans-Peter Klös.

Ab 2028 wird die Einwohnerzahl wieder leicht sinken. Trotzdem sind es 2035 laut IW-Prognose 83,1 Millionen – etwa drei Millionen mehr als das Statistische Bundesamt in seiner nach wie vor geltenden Bevölkerungsvorausberechnung annimmt. „Diese gravierende Abweichung müssen Politiker und Entscheider berücksichtigen, wenn sie zum Beispiel Infrastrukturen planen oder über den Wohnungsbau und die Arbeitsmarktpolitik nachdenken“, empfiehlt Klös.

Woran die Zuwanderung allerdings nichts ändert: Deutschland altert. 2035 werden laut IW Köln fast 26 Prozent der Bevölkerung älter als 67 sein, heute sind es knapp 19 Prozent. „Ob mit oder ohne Flüchtlinge – das System der umlagefinanzierten Rentenversicherung, die Pflegeversicherung und der Arbeitsmarkt stehen immer stärker unter Druck“, sagt IW-Experte Philipp Deschermeier.

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Einfluss der Zuwanderung auf die demografische Entwicklung in Deutschland
IW-Trends Nr. 2 23. Mai 2016 Philipp Deschermeier

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Philipp Deschermeier Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Institut der deutschen Wirtschaft (IW)

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