Zeitarbeit Image
Die Zahl der Zeitarbeiter steigt wieder. Eine Verdrängung der Stammbelegschaften findet aber nicht statt. Foto: Xavier Arnau/iStock

Die stark von der Konjunktur beeinflussten Zeitarbeits-Betriebe profitieren derzeit von der Arbeitskräftenachfrage ihrer wichtigsten Kunden. Einer der größten Auftraggeber ist die Metall- und Elektro-Industrie. Laut einer Antwort der Bundesregierung auf eine parlamentarische Anfrage werden hier 36 Prozent der Zeitarbeitnehmer eingesetzt. Dies überrascht nicht, denn die Metallbranche steht stark im internationalen Wettbewerb und hat deshalb in besonderem Maße mit einer schwankenden Auftragslage zu tun.

Der Aufbau der Zeitarbeit findet aber nicht auf Kosten der Stammbelegschaften in der Metallbranche statt, wie aktuelle Zahlen zeigen. So sind in den vergangenen zwölf Monaten allein im Automobilbau über 15.000 neue Jobs entstanden, weitere 6.000 im Metallbau und 3.000 in der optischen und elektronischen Industrie.

Ein anderer Kritikpunkt ist, dass Zeitarbeitnehmer schlechter entlohnt würden als Mitarbeiter der Stammbelegschaften. Der Vergleich der Durchschnittslöhne ist aber irreführend: Rund 56 Prozent der Beschäftigten in der Zeitarbeit sind als Helfer eingesetzt – Jobs, für die in der Regel keine abgeschlossene Berufsausbildung nötig ist. Nur 7 Prozent der Zeitarbeitnehmer benötigen eine akademische oder gleichwertige Ausbildung. In der Gesamtwirtschaft sind hingegen nur 15 Prozent als Helfer, aber 25 Prozent als Hochqualifizierte beschäftigt.

Ansprechpartner

Themen

17. Oktober 2016

Arbeitnehmerüberlassung Zeitarbeitsbranche unter DruckArrow

Mit 949.000 überlassenen Arbeitnehmern im Jahresdurchschnitt 2015 wurde in der Zeitarbeit ein neuer Höchststand erreicht. Allerdings fallen die Wachstumsraten nicht mehr so hoch aus wie in früheren Jahren. Zudem drohen der Branche neue Belastungen durch die Novellierung des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes. mehr auf iwd.de

Regulierung der Zeitarbeit
IW-Nachricht, 11. Mai 2016

Regulierung der Zeitarbeit Frage nach Notwendigkeit bleibtArrow

Nach langer Diskussion hat sich die Bundesregierung darauf geeinigt, wie sie Zeitarbeit und Werkverträge neu regeln will. Die Koalitionspartner haben dabei zwar viele der Einwände gegen den Gesetzentwurf berücksichtigt. Doch es bleibt die grundsätzliche Frage, ob eine Regulierung überhaupt nötig ist. mehr