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In den Tarifverhandlungen wird über die Arbeitsbedingungen gestritten – im Extremfall kommt es zum Streik. Foto: SilviaJansen/iStock

In den Tarifverhandlungen wird oft heftig über das Ausmaß der Lohnzuwächse gestritten – im Extremfall kommt es zum Streik. In den vergangenen Jahrzehnten haben die Tarifpartner die Löhne häufig stärker erhöht, als es der Produktivitätszuwachs erlaubt hätte. Erst in der jüngeren Vergangenheit betrieben sie eine maßvolle Tarifpolitik, die die internationale Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen wieder verbesserte und zu einem beispiellosen Beschäftigungsaufbau führte. Neu auftretende Spartengewerkschaften gefährden jedoch zunehmend die moderate Tarifpolitik, weil sie untereinander in scharfem Wettbewerb stehen und mit hohen Lohnabschlüssen um Mitglieder werben.

Die rückläufige Tarifbindung hat die Politik dazu veranlasst, in die Tarifautonomie einzugreifen und für immer mehr Branchen Mindestlöhne festzulegen. Diese sollen Geringqualifizierten ein auskömmliches Einkommen sichern. Doch die Rechnung geht nicht auf: Kann ein Arbeitnehmer den Mindestlohn nicht erwirtschaften, droht der Arbeitsplatz wegzufallen. Der Mindestlohn ist der falsche Weg, weil er in erster Linie die Arbeitsplätze Geringqualifizierter gefährdet – ausgerechnet jene Gruppe, die es aufgrund der Globalisierung und des technischem Fortschritts auf dem Arbeitsmarkt ohnehin schwer hat. Wenn das Arbeitseinkommen nicht ausreicht, um das soziokulturelle Existenzminimum zu sichern, sollte der Staat das Einkommen aufstocken.

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Arbeitszeitwünsche von Frauen und Männern
IW-Kurzbericht, 17. Januar 2017

Holger Schäfer / Jörg Schmidt Arbeitszeitwünsche von Frauen und MännernArrow

Frauen und Männer haben unterschiedliche Präferenzen hinsichtlich des Umfangs ihrer Arbeitszeit. Eine Auswertung des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) verdeutlicht, dass die Vereinbarkeit von Familie und Beruf eine zentrale Ursache für divergierende Arbeitszeitwünsche darstellt. Allerdings unterscheiden sich die Wunscharbeitszeiten auch bei Frauen und Männern ohne Betreuungspflichten noch deutlich. mehr

13. Januar 2017

ver.di Mit Streiklust gegen MitgliederschwundArrow

Fünfzehn Jahre nach der Gründung der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft fällt die Bilanz gemischt aus. Die Mitgliederzahl von ver.di ging um ein gutes Viertel zurück, die Finanzen sind wieder auf dem aufsteigenden Ast – auch dank höherer Lohnabschlüsse. mehr auf iwd.de

IW-Trends, 9. Januar 2017

Hagen Lesch Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.diArrow

Im Jahr 2001 schlossen sich fünf Gewerkschaften zur Vereinten Dienstleis­tungsgewerkschaft (ver.di) zusammen. Fünfzehn Jahre nach der Gründung fällt die ver.di-Bilanz eher gemischt aus. Die Anzahl der Mitglieder sank um 27 Prozent und die Tarifbindung ging in einzelnen Tarifbereichen spürbar zurück. mehr