Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist auf dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. Dies hat auch zur Folge, dass die Lebenszufriedenheit in Deutschland auf einen Höchststand angestiegen ist. Denn erwerbstätige Menschen geben eine signifikant höhere allgemeine Lebenszufriedenheit an als Arbeitslose. Auf Basis der neuesten Befragung des Sozio-oekonomischen Panels zeigt sich, dass rund die Hälfte der Deutschen mit ihrem Leben in hohem Maß zufrieden sind. Nur eine kleine Gruppe von weniger als zwei Prozent der Befragten gibt eine niedrige Zufriedenheit an. Das Ausmaß der Zufriedenheit bleibt im Lauf des Lebens nicht konstant, sondern verläuft sinusförmig. Junge Menschen und Ruheständler kurz vor und nach Renteneintritt sind besonders zufrieden. Personen im Alter von 50 bis zu 60 Jahren sowie Menschen über 80 Jahre sind im Durchschnitt am unzufriedensten. Ein Zusammenhang zwischen Höhe des Einkommens und Ausmaß der Lebenszufriedenheit besteht nur mittelbar. Wer gesund ist, einen Hochschulabschluss erworben hat oder anderen vertraut, ist auch zufriedener. So weisen zum Beispiel 64 Prozent der Personen, die Vertrauen in andere Menschen haben, eine hohe Lebenszufriedenheit auf. Unter den misstrauischeren Befragten sind es nur 30 Prozent. Auch ehrenamtliches Engagement scheint glücklich zu machen. Zwar engagieren sich nur 10 Prozent der Deutschen regelmäßig, ohne hierfür ein Entgelt zu beziehen, dafür sind sie signifikant zufriedener als andere.

IW-Trends

Dominik Enste / Mara Ewers: Lebenszufriedenheit in Deutschland – Entwicklung und Einflussfaktoren

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Sustainable Development Goals – Freiheit ermöglicht Nachhaltigkeit
IW-Kurzbericht, Nr. 54 vom 26. August 2016

Dominik Enste Sustainable Development Goals – Freiheit ermöglicht NachhaltigkeitArrow

Einer aktuellen Studie von UN Global Compact und Accenture (2016) zufolge sind für etwa 50 Prozent aller Unternehmenschefs Unternehmen die wichtigsten Akteure, um die Nachhaltigkeitsziele der UN zu erreichen. Denn Innovationskraft und Kreativität sind genauso gefragt wie mehr Effizienz und kostenbewusster Umgang mit knappen Ressourcen. Voraussetzung dafür ist unternehmerische Freiheit. Dies kann erklären, warum die Erreichung der Sustainable Development Goals (SDGs) der UN stark von der unternehmerischen Freiheit abhängt (Enste, 2015). mehr

Lebenszufriedenheit und Einkommen
IW-Kurzbericht, Nr. 53 vom 25. August 2016

Marie Möller Glücklich, glücklicher, HamburgArrow

Die Hamburger sind die glücklichsten Deutschen. Auf einer Skala von 1 bis 10 weisen sie eine durchschnittliche Lebenszufriedenheit von 7,0 auf, während die Bewohner Sachsen-Anhalts nur auf eine 3,7 kommen. Darüber hinaus haben Hamburger auch ein überdurchschnittliches hohes Einkommen pro Kopf, während für Sachsen-Anhalt das Gegenteil gilt. Aus diesem Muster lässt sich allerdings nicht ableiten, dass mehr Geld immer glücklicher macht. mehr

Eine Frage des Vertrauens
Gastbeitrag, 18. August 2016

Knut Bergmann in Politik & Kommunikation Eine Frage des VertrauensArrow

Loyalität lässt sich nicht verordnen. Ob sie gewährt wird, ist eine Frage guter Führung und damit auch eine psychologische, schreibt Knut Bergmann, Leiter des IW-Hauptstadtbüros. Doch Loyalität erfordert auch einen hohen Preis – von dem, der sie erwartet. mehr