Kaum ausländische MINT-Arbeitskräfte im Osten

Zahl der Ausländer je 1.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik)

Stand: 31. März 2016; jede Farbabstufung repräsentiert die gleiche Anzahl an Kreisen und Städten, die Spannweite der Werte variiert also von Farbe zu Farbe; diese Karte können Sie kostenlos auf Ihrer Website einbetten, schreiben Sie onlineredaktion@iwkoeln.de; Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln; Ursprungsdaten: Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit

Die positive Dynamik der Erwerbstätigkeit aus dem Zeitraum von 2005 bis 2010 konnte damit noch einmal gesteigert werden. Bei den beruflich qualifizierten MINT-Fachkräften ist hingegen aktuell ein Rückgang der Erwerbstätigkeit feststellbar. Im Jahr 2011 waren rund 9.178.000 MINT-Fachkräfte erwerbstätig. Bis zum Jahr 2013 sank diese Zahl auf rund 9.106.000, stieg im Jahr 2014 aber immerhin wieder leicht auf 9.142.900 an.

Die gute Entwicklung der MINT-Erwerbstätigkeit wurde durch die Zuwanderung begünstigt. Der Anteil der zugewanderten MINT-Kräfte an allen erwerbstätigen MINT-Kräften stieg im Zeitraum von 2011 bis 2014 an – von 14,3 Prozent auf 16,6 Prozent unter MINT-Akademikern und von 11,9 Prozent auf 13,0 Prozent unter beruflich qualifizierten MINT-Kräften. Insgesamt waren im Jahr 2014 rund 434.500 zugewanderte MINT-Akademiker und 1.186.500 zugewanderte beruflich qualifizierte MINT-Kräfte erwerbstätig. Im Ganzen trugen die zugewanderten MINT-Kräfte dadurch zu einem Wertschöpfungsbeitrag in Höhe von 157 Mrd. Euro bei.

Die Herkunftsländer der zugewanderten erwerbstätigen MINT-Kräfte haben sich in den letzten Jahren bei den Akademikern deutlich verändert. In den Zuwanderungsjahren 2005 bis 2009 stammten die meisten im Jahr 2014 erwerbstätigen MINT-Akademiker aus China (6.126), Frankreich (3.610) und der Russischen Föderation (3.462). Im Zuwanderungszeitraum 2010 bis 2014 liegen hingegen die Herkunftsländer Polen (8.361), Spanien (7.856) und Indien (7.479) an der Spitze. Unter den zugewanderten MINT-Fachkräften mit beruflichen Abschlüssen blieben die Spitzenreiter mit Polen, Rumänien und Ungarn wiederum unverändert.

Rund 37 Prozent der erwerbstätigen akademischen und 60 Prozent der beruflich qualifizierten MINT-Zuwanderer arbeiten in der Industrie. Vor allem in der MuE-Industrie haben die MINTAkademiker sehr gute Perspektiven – 70 Prozent sind dort in Fach- und Führungspositionen tätig im Vergleich zu 65 Prozent der zugewanderten MINT-Akademiker und 51 Prozent der sonstigen zugewanderten Akademiker in der Gesamtwirtschaft. Insgesamt sind im Jahr 2014 rund 94 Prozent der zugewanderten MINT-Akademiker in der MuE-Industrie unbefristet beschäftigt (zum Vergleich 84 Prozent MINT-Akademiker und 81 Prozent sonstige Akademiker in allen Branchen). Unter den beruflich qualifizierten MINT-Kräften in der MuE-Industrie sind sogar knapp 95 Prozent unbefristet beschäftigt. Rund 84 Prozent der akademisch und 53 Prozent der beruflich qualifizierten MINT-Kräfte erzielen in der MuE-Industrie ein monatliches Nettoeinkommen von über 2.000 Euro. Für die anderen Fachrichtungen betragen die entsprechenden Anteile in der Gesamtwirtschaft für Zuwanderer 42 Prozent (akademisch) bzw. 15 Prozent (beruflich).

Gutachten für BDA, BDI, MINT Zukunft schaffen und Gesamtmetall

Christina Anger / Oliver Koppel / Axel Plünnecke: MINT-Herbstreport 2016 – Bedeutung und Chancen der Zuwanderung

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Statement

Axel Plünnecke: MINT-Herbstreport 2016 – Bedeutung und Chancen der Zuwanderung

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