Mit der voranschreitenden internationalen Verflechtung der Finanzmärkte und den damit einhergehenden Risiken sind auch die regulatorischen Bemühungen – insbesondere auf supranationaler Ebene – in einem steten Wandel begriffen. Institutionell zeigen sich diese Bemühungen am längsten sowie am stärksten in der Institution des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht (Basel Committee on Banking Supervision, BCBS) an der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (Bank for International Settlements, BIS). Seit seiner Gründung im Jahr 1974 durch die Zentralbankpräsidenten der G10-Nationen bildet der Ausschuss die bedeutendste Zentralbankenorganisation, die thematisch auf Aufsichtsaufgaben fokussiert ist. Die international ausgerichteten Standards des BCBS, die ursprünglich dazu entwickelt wurden, um vorrangig international tätige Banken mit einem besseren Risikoschutz auszustatten und damit krisenresistenter zu machen, sind mittlerweile die treibende Kraft hinter regulatorischen Bemühungen in der weltweiten Bankenlandschaft.

Die im Nachgang der jüngsten Finanz- und Wirtschaftskrise veröffentlichten Standards von Basel III stellen einhergehend mit weiteren darüber hinausgehenden regulatorischen Bemühungen eine neue Herausforderung sowohl für die Bankenlandschaft als auch für die von deren Kreditvergabe abhängige Realwirtschaft dar. Das enge Zusammenspiel zwischen Finanz- und Realwirtschaft zeigt sich nirgendwo so deutlich wie in der Immobilienwirtschaft. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass Baumaßnahmen, Reparaturen, Modernisierungen und der Kauf von Immobilien meist sehr kapitalintensiv sind und somit zu deren Finanzierung Fremdkapital benötigt wird. Durch diese engen Zusammenhänge haben Rahmenbedingungen der Kreditvergabe wie die Zinsbindung und weitere Kreditvergabestandards einen nachweislichen Einfluss auf die Preisentwicklungen auf Immobilienmärkten (vgl. Jäger/Voigtländer, 2006).

Vor diesem Hintergrund ist die Auseinandersetzung mit neuen regulatorischen Anforderungen von Seiten der Immobilienwirtschaft von besonderer Bedeutung. Das Ziel der folgenden Untersuchung besteht darin, potenzielle Auswirkungen des neuen regulatorischen Umfeldes von Banken auf die Immobilienwirtschaft in Deutschland zu skizzieren. Nach einem kurzen Blick auf die Finanzierungsanforderungen der Immobilienwirtschaft (Kapitel 2) werden in Kapitel 3 wesentliche regulatorische Neuerungen dargestellt, von denen die aktuelle wie auch die künftige Kreditvergabe der Banken beeinträchtigt werden können. Potenzielle Wirkungen der Regularien auf die Kreditvergabepraxis an die Immobilienwirtschaft werden in Kapitel 4 auf Grundlage von Umfrageergebnissen – unter anderem denen des Bank Lending Surveys der EZB – diskutiert. Im Fazit werden die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst und wirtschaftspolitische Handlungsmöglichkeiten vorgeschlagen.

IW policy paper

Heide Haas: Bankenregulierung und die Folgen für die Immobilienwirtschaft

IconDownload | PDF

Wohneigentum gilt als guter Schutz gegen Mietsteigerungen und Altersarmut.
Interview, 23. Februar 2017

Michael Voigtländer im 3sat-Wirtschaftsmagazin makro Kaufen statt MietenArrow

Wohneigentum gilt als guter Schutz gegen Mietsteigerungen und Altersarmut. Aber zählt dieser Satz auch noch angesichts von Rekordpreisen? Wie heiß der Wohnungsmarkt gelaufen ist, darüber sprach das 3sat-Wirtschaftsmagazin makro mit dem Immobilienexperten Michael Voigtländer. mehr

Bankenregulierung sollte nicht alle über einen Kamm scheren
Gastbeitrag, 3. Februar 2017

Markus Demary in der Zeitschrift Profil Bankenregulierung sollte nicht alle über einen Kamm scherenArrow

Die wissenschaftlichen Berater von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel forderten laut Medienberichten eine stärkere Regulierung der Banken. Sie folgten dabei einem Vorschlag des Baseler Ausschusses für Bankenaufsicht. Dieses Vorhaben ist aber aus mehreren Gründen problematisch. Ein Gastbeitrag in der Zeitschrift Profil von IW-Finanzmarktökonom Markus Demary. mehr

„Die Glücksritter würden verschwinden“
Interview, 3. Februar 2017

Michael Voigtländer in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung „Die Glücksritter würden verschwinden“Arrow

Michael Voigtländer, Immobilienökonom im Institut der deutschen Wirtschaft Köln, sprach im Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung über das Bestellerprinzip für Makler auch beim Wohnungskauf. mehr