Das deutsche Geschäftsmodell mit seinen komparativen Vorteilen in den Branchen der Hochwertigen Technologien ist sehr erfolgreich. Grundlage dieses Erfolgs bilden Kompetenzen im MINT-Bereich (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften, Technik) sowohl auf akademischer als auch beruflich qualifizierter Ebene. Eine Unternehmensbefragung des IW zu den relevanten Faktoren für die Innovationskraft von Unternehmen zeigt, dass die Verfügbarkeit von innovationsrelevanten Arbeitskräften mit einem MINT-Schwerpunkt von höchster Bedeutung ist. Dies gilt für die Innovatoren der Metall- und Elektroindustrie (M+E-Industrie) in noch stärkerem Maß als für Innovatoren in anderen Branchen. In der M+E-Industrie beziehen sich die fünf am stärksten relevanten Innovationsfaktoren allesamt auf die MINT-Bildung. Besonders bedeutend sind dabei beruflich qualifizierte MINT-Arbeitskräfte (im Folgenden auch MINT-Fachkräfte genannt). Betrachtet man die Erwerbstätigkeit nach Branchen zeigt sich ebenso, welche Bedeutung MINT-Qualifikationen für das Geschäftsmodell Deutschland haben, verbinden die Kernbranchen des deutschen Geschäftsmodells doch eine intensive Beschäftigung von MINT-Arbeitskräften und große Innovationsanstrengungen zu veritablen Innovationserfolgen. Eine besondere Bedeutung kommt dabei der Metall- und Elektroindustrie zu. Die M+E-Branchen zeichneten im Jahr 2011 mit Innovationsaufwendungen in Höhe von 72,8 Milliarden Euro oder einem Anteil von rund 55 Prozent für den Löwenanteil der volkswirtschaftlichen Innovationsaufwendungen Deutschlands verantwortlich.

Die Bedeutung der MINT-Qualifikationen für die Wachstumsprozesse in Deutschland zeigt sich auch daran, dass die Erwerbstätigkeit von MINT-Kräften in den letzten Jahren deutlich gestiegen ist. Insgesamt waren in Deutschland im Jahr 2010 rund 2,3 Millionen MINT-Akademiker erwerbstätig. Von 2005 bis 2010 ist deren Erwerbstätigkeit um rund 295.000 gestiegen, pro Jahr also um rund 59.000. Die Ausweitung der MINT-Beschäftigung fand in allen Branchen statt, denn die Querschnittskompetenzen der MINT-Akademiker sind in fast allen Bereichen der Volkswirtschaft gefragt.

Die Anzahl der beruflich qualifizierten MINT-Arbeitskräfte (ohne Meister und Techniker) ist zwischen den Jahren 2005 und 2010 von 7.174.800 auf 7.658.500 gestiegen. Pro Jahr hat die Erwerbstätigkeit in diesem Zeitraum damit um 96.800 zugenommen. Die Anzahl der erwerbstätigen Meister und Techniker liegt unverändert bei etwa 1,5 Millionen. Gut 26 Prozent der MINT-Fachkräfte sind in der M+E-Industrie beschäftigt.

Gutachten für BDA, BDI, MINT Zukunft schaffen und Gesamtmetall

Christina Anger / Vera Demary / Oliver Koppel / Axel Plünnecke: MINT-Frühjahrsreport 2013 – Innovationskraft, Aufstiegschance und demografische Herausforderung
IconDownload | PDF

Statement

Michael Hüther: MINT-Frühjahrsreport 2013 – Innovationskraft, Aufstiegschance und demografische Herausforderung
IconDownload | PDF

Methodenbericht

Vera Demary / Oliver Koppel: Die Abgrenzung des mittel- und hochqualifizierten MINT-Segments – Klassifikation der Berufe 2010
IconDownload | PDF

Arbeitsmarkt
iwd, No. 16 of 16. April 2015

Arbeitsmarkt Lock Wanted: Ingenieure!Arrow

Der Bedarf an Ingenieuren in Deutschland ist ausgesprochen hoch. Noch kaschieren hohe Absolventenzahlen und qualifizierte Zuwanderer die gröbsten Engpässe, doch der demografische Wandel wird auch die Ingenieurzunft treffen. Wenn sich das Studienverhalten und die Konjunktur nicht verändern, dürften bis zum Jahr 2029 etwa 250.000 Ingenieure fehlen. more

MINT-Fachkräftesicherung
IW-Nachrichten, 13. April 2015

MINT-Fachkräftesicherung Beeindruckende ErfolgeArrow

Das Angebot an MINT-Akademikern am deutschen Arbeitsmarkt ist in den letzten fünf Jahren stärker gestiegen als noch im Jahr 2009 erwartet. Grund für die Erfolgsbilanz ist eine ganze Reihe von Maßnahmen zur Fachkräftesicherung. more