Die deutsche Wirtschaft wächst nach der schweren Wirtschaftskrise wieder stärker als erwartet. Was für viele eine frohe Botschaft ist, wird von Wachstumskritikern mit Argwohn betrachtet. Die einen freuen sich über steigende Gewinne und sprudelnde Steuereinnahmen, die anderen befürchten, dass Nachhaltigkeit und Generationengerechtigkeit im Aufschwung wieder einmal auf der Strecke bleiben.

Lehren aus der Krise haben beide Gruppen nicht gezogen, so scheint es. Bei den einen sind kurzfristige Gewinnmaximierung oder kostspielige Wahlgeschenke wieder gefragt, ohne Rücksicht auf längerfristige Ziele. Von den anderen wird weiterhin pauschal die Marktwirtschaft verteufelt, statt differenziert auch die Fehlsteuerungen und fehlenden Anreize für langfristige Strategien bei politischen Institutionen zu sehen.

Zwischen diesen Extrempositionen sondiert das XXIII. Wirtschaftsethische Forum die Chancen für nachhaltiges Wachstum. Grundsätzlich ist Wachstum der Schlüssel für unseren Wohlstand. Und die Wirtschaft wächst am besten auf flexiblen Märkten – innerhalb einer Wettbewerbsordnung. Damit ist jedoch nicht „Wachstum um jeden Preis“ gemeint, im Gegenteil, unternehmerisches Handeln sollte immer an ein Wertefundament gebunden sein und eine langfristige Strategie verfolgen. Müssen dafür der Marktwirtschaft Fesseln angelegt werden, auch wenn diese als Wohlstandsbremse wirken? Welche Verantwortung für nachhaltiges Wachstum haben die Unternehmen, was kann die Politik und was kann jede(r) einzelne als Konsument(in), Arbeitnehmer(in) und Bürger(in) tun? Unter welchen Bedingungen kann weniger mehr sein? Gibt es Sättigung? Welche Lehren können wir aus der Geschichte ziehen?

Präsentationen

Sättigung oder Wachstum? Eine wirtschaftshistorische und ökonomische Reflexion
Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln
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Wachstum in Zeiten hoher Verschuldung? Die Verantwortung der Unternehmen
Dr. Richard Pott, Mitglied des Vorstands der Bayer AG
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Ansprechpartner

IW-Trends, 12. Oktober 2017

Hubertus Bardt Afrikas divergierende wirtschaftliche PotenzialeArrow

Der afrikanische Kontinent hat in den letzten Jahren wieder deutlich mehr internationale Aufmerksamkeit erfahren, zuletzt bei dem G20-Treffen in Hamburg. Zunehmend werden dabei auch wirtschaftliche Chancen und die Einbindung in internationale Wertschöpfungsketten diskutiert. mehr

Matthias Diermeier auf wiwo.de
Interview, 12. Oktober 2017

Matthias Diermeier auf wiwo.de „Berlin holt auf – aber nur geringfügig”Arrow

Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln zeigen: Deutschlands Pro-Kopf-Wohlstand fiele ohne die Hauptstadt höher aus. Das ist innerhalb der EU ein ungewöhnliches Phänomen. Ein Interview von IW-Ökonom Matthias Diermeier mit der Wirtschaftswoche. mehr

Demografie
Pressemitteilung, 6. Juli 2017

IW-Studie Wie Deutschland der Demografie trotzen kannArrow

Deutschland geht es derzeit wirtschaftlich gut. Doch der demografische Wandel stellt Politik, Wirtschaft und Gesellschaft vor eine ganze Reihe struktureller Herausforderungen. Wie verhindert werden kann, dass das Wirtschaftswachstum in den kommenden Jahrzehnten dennoch nicht einbricht, zeigt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in einer groß angelegten Studie. mehr