Wenn von Gerechtigkeit die Rede ist, denkt man zunächst an die Verteilungsgerechtigkeit – zwischen Personen mit unterschiedlichen Einkommen, zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, zwischen Staaten im Norden und im Süden. Viel seltener wird über die Gerechtigkeit zwischen den Generationen gesprochen. Dabei ist es gerade die Generationengerechtigkeit, die über die Zukunftsfähigkeit von Gesellschaftsmodellen und damit letztlich den Aufstieg und Fall von Nationen entscheidet. Denn die Generationengerechtigkeit ist der eineiige Zwilling des Langfristdenkens einer Gesellschaft, welches die Voraussetzung für nachhaltiges Leben, Wirtschaften und Arbeiten ist. Ohne „intertemporale Gerechtigkeit“ lebt eine Generation auf Kosten einer anderen und untergräbt deren zukünftige Lebenschancen.

Unsere Tagung will den verschiedenen Dimensionen der Generationengerechtigkeit und Nachhaltigkeit nachspüren: Ist nachhaltige Finanzpolitik der Königsweg, um die Überforderung des Staates und seiner Bürger und die Lastverschiebung in die Zukunft zu verhindern? Wie kann die Sozialpolitik nachhaltig im Sinne von Daseins- und Zukunftsvorsorge gemacht werden? Wie können faire Aufstiegschancen für alle geschaffen werden, damit nicht Vererbung und Elternhaus zukünftige Lebenschancen bestimmen? Durch welche institutionellen Vorkehrungen kann das Langfristdenken statt des Denkens in Wahlzyklen zum Markenzeichen einer Demokratie gemacht werden? Wie kann eine ökologische Nachhaltigkeitsstrategie in der Nachkarbonzeit gestaltet werden?

Wie ein solcher Zukunftsentwurf für eine Langfristorientierung in Wirtschaft und Gesellschaft in seinen Einzelteilen und in der Gesamtschau aussehen kann, diese Frage stand im Mittelpunkt der diesjährigen Tutzinger Gespräche zur Ordnung der Wirtschaftmit hochkarätigen Fachleuten aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft.

Programm
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Präsentationen

Generationengerechtigkeit bedeutet: Postfossile nachhaltige Entwicklung
Jörg Schindler, Energy Watch Group und langjährig Geschäftsführer der Ludwig-Bölkow-Systemtechnik, Ottobrunn
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Generationengerechtigkeit bedeutet: Nachhaltige Finanzpolitik
Georg Fahrenschon, Bayerischer Finanzminister
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Generationengerechtigkeit bedeutet: Postfossile, nachhaltige Energieversorgung
Micha Kirchhoff, Leiter Strategische Konzernplanung der Robert Bosch GmbH, Stuttgart
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Generationengerechtigkeit bedeutet: Faire Aufstiegschancen
Hans-Peter Klös, Leiter des Wissenschaftsbereichs Bildungspolitik und Arbeitsmarktpoltik im Institut der deutschen Wirtschaft Köln
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Generationengerechtigkeit bedeutet: Faire Aufstiegschancen
Reinhard Pollak, Projektgruppe Nationales Bildungspanel: Berufsbildung und lebenslanges Lernen, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
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Generationengerechtigkeit bedeutet: Nachhaltiger Sozialstaat
Lars P. Feld, Walter Eucken Institut der Universität Freiburg
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22. November 2017

Adriana Neligan Das Plastik-ProblemArrow

Um der Berge an Plastikmüll Herr zu werden, will die EU im Dezember eine Kunststoffstrategie veröffentlichen. Viel zu tun gibt es allemal. mehr auf iwd.de

16. November 2017

Berit Schmiedendorf Die Küche bleibt immer öfter kaltArrow

Allein die deutschen Nahrungsmittelhersteller bringen jedes Jahr rund 40.000 neue Produkte auf den Markt. Insgesamt können Verbraucher aus mehr als 170.000 Lebensmitteln und Zutaten ihren persönlichen Speiseplan zusammenstellen. Das Angebot an Nahrungsmitteln ist gigantisch, doch immer weniger Menschen kochen regelmäßig. mehr auf iwd.de

Realeinkommen
Pressemitteilung, 26. Oktober 2017

Judith Niehues Realeinkommen: Auch die unteren Einkommen legen zuArrow

Es ist ein gefundenes Fressen für Schwarzmaler: Die Einkommen der ärmsten 40 Prozent der Deutschen seien seit der Wiedervereinigung real kaum gestiegen. Doch eine neue Studie des IW Köln zeigt, dass dieser Befund wenig robust ist. mehr