Image
Ökonomen Hüther und Fuest (v. l.) Quelle: IW Köln

Die Krise um den Euro hat gezeigt, dass die institutionellen Arrangements der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion unzureichend waren. Die Politik hat mit finanziellen Rettungsschirmen reagiert und die Rechtsvorschriften für die wirtschafts- und finanzpolitische Governance verschärft. Die Europäische Zentralbank hat massiv auf den Märkten interveniert und stellt umfassend Liquidität bereit, um das Finanzsystem zu stabilisieren.

Vielen geht dies noch nicht weit genug, sie fordern weitergehende Maßnahmen. Eurobonds, Bankenunion, Transferunion, Fiskalunion und Politische Union sind einige Schlagworte dieser Diskussion. Gemeinsam ist ihnen, dass der Ausweg aus der Krise in einer Vertiefung der europäischen Integration gesehen wird, die möglicherweise zunächst auf einen kleineren Kreis der EU-Mitgliedstaaten beschränkt wird.

Vor diesem Hintergrund möchte das Institut der deutschen Wirtschaft Köln in seiner wissenschaftlichen Round-Table-Jahrestagung 2012 der Frage nach möglichen Weiterentwicklungen der Europäischen Union nachgehen. Was sagt die Ökonomik zur optimalen Aufgabenverteilung zwischen der EU und den Mitgliedstaaten? Was ist aus politischer und politikwissenschaftlicher Perspektive sinnvoll? Was ist unter den gegebenen rechtlichen, insbesondere verfassungsrechtlichen Rahmenbedingungen noch möglich? Brauchen wir eine Verfassungsdiskussion? Wie kann man die Bevölkerung in eine Diskussion um die Finalität der Europäischen Union einbinden? Dies sind Fragen, die von den Vertretern verschiedener wissenschaftlicher Fachrichtungen in einem interdisziplinären Dialog erörtert wurden.

Fotos von der Veranstaltung auf Flickr

Vorträge

Europa neu denken: Welche Fragen stellen sich?
Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln

Aufsatz
IconDownload | PDF

Fiskalunion ohne Haftungsunion – geht das?
Prof. Dr. Clemens Fuest, Research Director, Oxford University Centre for Business Taxation

Präsentation
IconDownload | PDF

Thesen
IconDownload | PDF

Kerneuropa: Spaltung der EU oder Chance zur Integration?
Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Streeck, Direktor am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, Köln

Präsentation
IconDownload | PDF

Politische Union: Wie weit kann der Souveränitätsverlust gehen?
Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio, Professor für Öffentliches Recht, Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, Richter Bundesverfassungsgericht a.D.

Ansprechpartner

13. April 2017

Frankreich Viel Arbeit für den WahlsiegerArrow

Wen auch immer die Franzosen Anfang Mai zu ihrem neuen Staatsoberhaupt küren – er oder sie steht in jedem Fall vor großen wirtschaftspolitischen Herausforderungen. Vor allem in den Bereichen Arbeitsmarkt und öffentliche Finanzen sind weitere Reformen nötig. mehr auf iwd.de

Europäische Währungsunion – Krise rechtfertigt keine tiefere Integration
IW-Nachricht, 4. April 2017

Europäische Währungsunion Krise rechtfertigt keine tiefere IntegrationArrow

Heute beraten die EU-Kommissare über die Zukunft der Europäischen Währungsunion. Dabei geht es auch um eine stärkere fiskalische Integration, die viele als Konsequenz aus der Euro-Schuldenkrise fordern. Sie übersehen jedoch, dass wichtige Krisenursachen außergewöhnlich waren und sich nicht wiederholen dürften. mehr