Mit der Insolvenz der US-amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 erreichte die aktuelle Finanz- und Schuldenkrise ihren ersten Höhepunkt. Was als Immobilienkrise in den USA begonnen hatte, wurde schnell zum globalen Problem. In diesem Jahr beschäftigt die „griechische Tragödie“ Politik, Gesellschaft und Wirtschaft besonders intensiv. Deutschland ist im Gegensatz zu den PIIGS-Staaten gestärkt aus der Krise hervorgegangen. Die Arbeitslosigkeit ist so gering wie seit 20 Jahren nicht mehr, die Wirtschaft wächst trotz aller weltweiten Krisensymptome in Deutschland weiter. Doch welche Folgen haben Finanz- und Schuldenkrise auf staatliche Institutionen? Wie stark ist unsere Demokratie angesichts dieser Herausforderungen? Sind Expertenregime eine denkbare Alternative? Wie kann die Staatsverschuldung verringert werden ohne den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu gefährden?

Über diese und andere zentrale Fragen diskutieren Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts und des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln unter dem Titel „Finanzkrise – Schuldenkrise – Demokratiekrise“. Jenseits der unmittelbaren ökonomischen Herausforderungen von Staatsverschuldung, Krisenbewältigung und nachhaltigem Wachstum, nehmen wir dabei auch Konsequenzen für die politische Teilhabe, unsere freiheitlich-demokratische Gesellschaftsordnung und den sozialen Frieden in den Blick. Zunehmende wirtschaftliche Ungleichheit verstärkt bei einer wachsenden Zahl von Bürgern das Gefühl, nicht nur von der Wirtschaft, sondern auch von der Politik im Stich gelassen zu werden. Hat die Finanzkrise also zu einer Demokratiekrise geführt? Welche politischen Maßnahmen müssen ergriffen werden, um eine stabile Demokratie zukünftig gewährleisten zu können? Welchen Beitrag können Wirtschaft und Wissenschaft dabei leisten?

Programm
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Präsentationen

Notwendige Neumandatierung der Finanzpolitik im Lichte der Staatsschuldenkrise
Prof. Dr. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln
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Koreferat
Prof. Dr. Carl Christian von Weizsäcker, Max-Planck-Institut zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern, Bonn

Der erschöpfte Staat - Fiskalpolitik im Zeichen der Verschuldungskrise
Prof. Dr. Dr. h.c. Wolfgang Streeck, Direktor am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, Köln
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Koreferat
Dr. Rolf Kroker, Leiter des IW-Wissenschaftsbereichs „Wirtschafts- und Sozialpolitik“ im Institut der deutschen Wirtschaft Köln
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Die zwei Gesichter des Staates: Spieler und Schiedsrichter auf den Finanzmärkten
V.-Prof. Dr. habil. Manfred Jäger-Ambrożewicz, Leiter der IW-Forschungsgruppe Markt und Staat im Institut der deutschen Wirtschaft Köln

Koreferat
Dr. Cornelia Woll, Forschungsgruppenleiterin am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, Köln, und am Institut d‘études politiques (Sciences Po), Paris
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Nach der Konsolidierung: Wenn Staaten schwarze Zahlen schreiben
Lukas Haffert und Philipp Mehrtens, Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung, Köln
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Koreferat
V.-Prof. Dr. Dominik H. Enste, Leiter des Kompetenzfelds Institutionenökonomik und stellv. Leiter der Forschungsgruppe Markt und Staat im Institut der deutschen Wirtschaft Köln
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Ansprechpartner

Veranstaltung
Veranstaltung, 23. November 2017

20. Finanzmarkt Round-Table Der Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik – Erlösung oder neuer Schock?Arrow

Während die einen ein schnelles Ende des Niedrigzinses herbeisehnen, befürchten andere einen neuen Schock mit Rückwirkungen auf die Stabilität der Finanzmärkte. Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln, die DekaBank und die Börsen-Zeitung laden ein zum 20. Finanzmarkt Round-Table in Frankfurt am Main. mehr

10. November 2017

Markus Demary / Klaus-Heiner Röhl Aktien müssen attraktiver werdenArrow

Die Zahl der börsennotierten Unternehmen in Deutschland ist in den vergangenen Jahren deutlich gesunken – und die Investoren stecken ihr Geld lieber in andere Beteiligungsformen. Doch mit gezielten Maßnahmen ließe sich die Attraktivität der Börse wieder steigern. mehr auf iwd.de

IW-Trends, 9. November 2017

Markus Demary / Klaus-Heiner Röhl Was sind die Gründe für die rückläufigen Börsengänge?Arrow

Die Anzahl an börsennotierten Unternehmen in Deutschland und weiteren Industrieländern wie dem Vereinigten Königreich und den USA nimmt seit mehreren Jahren ab. Es gibt deutlich mehr Börsenabgänge als Börsengänge. mehr