Ostdeutschland

Ostdeutschland

Mehr als ein Vierteljahrhundert nach dem Fall der Mauer geht es in Ostdeutschland wirtschaftlich langsam, aber stetig bergauf. Die Infrastruktur ist gut ausgebaut und die Arbeitslosenquote einstellig. Die Wirtschaftsleistung je Einwohner erreicht aber noch längst nicht das Westniveau.

Nach dem Fall der Mauer vor 25 Jahren war das oberste Ziel, den Lebensstandard der Ostdeutschen an das Westniveau anzugleichen. Dazu flossen viele Milliarden Euro Aufbau-Hilfe in die neuen Bundesländer. Die Investitionen hoben nach der Wende das Pro-Kopf-Einkommen der neuen Bundesbürger deutlich an. Doch nach Abflauen der Sonderkonjunktur kam der Aufholprozess ins Stocken und fasste erst ab 2001 langsam wieder Tritt. Heute kommt der durchschnittliche Ostdeutsche auf gut zwei Drittel der westdeutschen Wirtschaftskraft.

Der bleibende Rückstand zeigt sich nirgends so deutlich wie bei den DAX-Konzernen: Kein einziges der 30 Unternehmen aus dem deutschen Aktienindex hat seinen Hauptsitz in Ostdeutschland. Immerhin sind mittlerweile viele Mittelständler in Ostdeutschland heimisch. Auch der Arbeitsmarkt steht heute besser da als noch vor einigen Jahren. Grund für diese Entwicklung sind allerdings nicht allein die wirtschaftlichen Erfolge, sondern auch, dass viele Ostdeutsche mangels Perspektiven ihr Land verlassen haben. Auch die Abwanderung mittlerweile gestoppt ist, wird sich der demografische Wandel in vielen ostdeutschen Regionen fortsetzen. Einzig attraktive Städte wie Leipzig, Dresden und Berlin haben gute Chancen, sich dem Trend zu widersetzen und auch künftig zu wachsen.

Klaus-Heiner Röhl

Klaus-Heiner Röhl

Senior Economist für Unternehmen

Tel030 27877-103

Mailroehl@iwkoeln.de

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