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Um den Spartengewerkschaften etwas entgegenzusetzen, gab sich auch Verdi aggressiver. Foto: Sean Gallup/iStock

In den vergangenen 10 Jahren fielen in Deutschland pro Jahr durchschnittlich weniger als eine Viertelmillion Arbeitstage wegen Arbeitskämpfen aus. Eine Ausnahme bildete 2015, als mehr als eine Million Tage den Streiks zum Opfer fiel. Vor allem kleine Gewerkschaften wie die Piloten- und die Lokführerorganisationen suchten den Konflikt. Die aufstrebenden Spartengewerkschaften wollen neue Anhänger gewinnen und ihren Einfluss ausweiten. Um den neuen Konkurrenten etwas entgegenzusetzen, gaben sich auch etablierte Gewerkschaften wie Verdi aggressiver.

Dennoch geht es in Deutschland zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern nach wie vor vergleichsweise harmonisch zu. Zuletzt fielen je 1.000 Arbeitnehmern pro Jahr nur etwa 7 Arbeitstage aufgrund von Streiks und Aussperrungen aus. Damit liegt Deutschland im Vergleich der Industrieländer im oberen Mittelfeld. Schlusslichter im internationalen Friedensranking sind Dänemark und Frankreich mit mehr als 100 entfallenen Tagen.

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Die Krankmeldungen von Piloten bei der Fluggesellschaft Air Berlin setzen sich fort. Dadurch schaden sie nicht nur dem Unternehmen und unbeteiligten Kunden der Fluggesellschaft, sondern auch sich selbst. Denn für potenzielle künftige Arbeitgeber ist das ein fatales Signal. mehr

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Eine Analyse der Tarifverhandlungen in diesem Jahr zeigt: Bisher ging es in den Tarifverhandlungen friedlicher als in den letzten Jahren zu. Das lag zum einen daran, dass in einigen konfliktintensiven Branchen keine Tarifverhandlungen stattfanden. Zum anderen agierten die Spartengewerkschaften besonnener als in den Vorjahren. Nach dem IW-Konfliktbarometer ist das Tarifjahr 2017 das harmonischste Tarifjahr der letzten zwölf Jahre. mehr