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Zuletzt gingen die Lohnabschlüsse häufig über den Verteilungsspielraum hinaus. Foto: Ralph Orlowski/IG Metall

Von den so abgeschlossenen Flächentarifverträgen dürfen die Unternehmen nicht zu Lasten der Mitarbeiter abweichen. Eigentlich bindet der Tarifvertrag nur die unterzeichnenden Tarifparteien und deren Mitglieder. In der Praxis wirken Tarifverträge aber darüber hinaus. So bezahlen tarifgebundene Unternehmen in der Regel auch jene Mitarbeiter nach Tarif, die nicht in Gewerkschaften organisiert sind. Außerdem orientieren sich auch viele Unternehmen an Tarifverträgen, die nicht tarifgebunden sind.

Die Löhne sind ein wesentlicher Teil der Arbeitskosten und ausschlaggebend für die Situation am Arbeitsmarkt. Als Faustformel gilt: Der lohnpolitische Verteilungsspielraum wird durch das Produktivitätswachstum und die sogenannten Preisüberwälzungsmöglichkeiten der Unternehmen bestimmt. Zuletzt gingen die Abschlüsse jedoch häufig darüber hinaus: Die Tariflöhne stiegen kräftiger als Produktivität und Preissteigerungen erlaubt hätten. Wenn es den Unternehmen nicht gelingt, die höheren Lohnkosten auf die Güterpreise abzuwälzen, sinkt ihr Gewinn. Das wiederum mindert die Möglichkeit, zu investieren und neue Arbeitsplätze zu schaffen. So wie die lange geübte Lohnzurückhaltung half, die Massenarbeitslosigkeit zu überwinden, so wird eine anhaltend expansive Lohnpolitik mittelfristig die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft verringern und sich auch auf die Beschäftigungsentwicklung auswirken.

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