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Nine to Five hat ausgedient: Flexible Arbeitszeiten werden immer wichtiger. Foto: allinvisuality/iStock

Das Arbeitszeitgesetz gibt vor, dass die werktägliche Arbeitszeit weniger als 8 Stunden betragen muss. Nur phasenweise kann diese auf 10 Stunden erhöht werden, wenn innerhalb von 6 Monaten ein Ausgleich erfolgt. Auch die Ruhezeiten sind gesetzlich geregelt: Nach Ende der Arbeit ist eine elfstündige Pause Pflicht. Entweder nehmen die starren Vorgaben Arbeitnehmern und Unternehmen die nötige Flexibilität oder sie führen zu stillschweigenden Regelverstößen.

Dabei wird es wegen der Digitalisierung und der globalen Vernetzung immer wichtiger, Arbeitszeiten flexibel zu gestalten. Neue Erwerbsformen wie das Home Office erfordern ein hohes Maß an Autonomie über die Arbeitszeitgestaltung. Gelegentlich nachmittags die Arbeit ruhen zu lassen und dafür abends noch einmal zu arbeiten, liegt in der Regel im Interesse des Arbeitsnehmers.

Eine Lockerung des Gesetzes soll nicht den Weg ebnen für eine Verlängerung der Arbeitszeit. Vielmehr geht es darum, den Tarifpartnern größere Spielräume zu lassen, die Arbeitszeit nach den Erfordernissen im Betrieb, aber auch nach den Wünschen der Arbeitnehmer flexibel zu gestalten. Ein erster Schritt wäre es, die zulässige Höchstarbeitszeit für eine Woche statt für einen Tag festzulegen.

Ansprechpartner

Gutachten, 4. Oktober 2017

Wido Geis / Bernhard Koldert / Axel Plünnecke / Michael Thöne Kosten und Nutzen lokaler FamilienzeitpolitikArrow

Zeit ist ein entscheidender Faktor dafür, wie gut das Familienleben gelingt. Kommt es zu Zeitkonflikten und Stress, schadet das nicht nur den betroffenen Personen selbst, sondern belastet die Familie als Ganzes. Zudem führen Zeitkonflikte häufig dazu, dass insbesondere Mütter nicht im von ihnen gewünschten Umfang erwerbstätig werden und ihre berufliche Entwicklung vorantreiben können. mehr

Gastbeitrag, 8. August 2017

Arndt Günter Kirchhoff in der Rheinischen Post Moderne Arbeitszeit nicht mit BrechstangeArrow

Die Arbeitszeit muss bei aller Rücksicht auf Mitarbeiterinteressen auch dem Bedarf der Betriebe in einer zunehmend digitalisierten Arbeitswelt genügen. Die Zeit bis zu den Tarifgesprächen Ende 2017 sollte intensiv für sozialpartnerschaftliche Verhandlungen genutzt werden, schreibt IW-Präsident Arndt Günter Kirchhoff in einem Gastbeitrag in der Rheinischen Post. mehr

Sind Führungspositionen mit einer reduzierten Arbeitszeit vereinbar?
IW-Kurzbericht, 30. Juni 2017

Jörg Schmidt Sind Führungspositionen mit einer reduzierten Arbeitszeit vereinbar?Arrow

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf spielt auch in der Debatte um mehr Frauen in Führungspositionen eine zentrale Rolle. Allerdings zeigt eine Datenauswertung, dass für Leitungspositionen eine Vollzeittätigkeit überwiegend der Standard ist und daher offenbar höhere Anforderungen an die Arbeitszeit gestellt werden. mehr