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Fast zwei Drittel der deutschen Exporte gehen in die anderen EU-Staaten. Foto: finecki/Fotolia

Zwar ist Deutschland der größte Nettozahler der Europäischen Union, das Land profitiert aber von der Gemeinschaft: Fast zwei Drittel der Exporte gehen in die anderen EU-Staaten. Allerdings klaffen große wirtschaftliche Unterschiede zwischen den Mitgliedsstaaten: Während in Mittel- und Osteuropa die Pro-Kopf-Wirtschaftsleistung bereinigt um Kaufkraftunterschiede gerade mal knapp 60 Prozent des EU-Durchschnitts erreicht, kommt Luxemburg auf das Zweieinhalbfache. Damit die Kluft nicht zu groß wird, fördert die Gemeinschaft die ärmeren Regionen jährlich mit Milliardensummen.

Auch der 1999 eingeführte Euro soll den Zusammenhalt stärken. Die Euroländer haben sich seinerzeit zu einer soliden Finanzpolitik verpflichtet, mit dem Ziel, die gemeinsame Währung stabil zu halten. Einige Staaten sind ihrer Verantwortung jedoch nicht gerecht geworden. Nun bedrohen ihre großen Haushaltsprobleme auch die übrigen EU-Länder.

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Michael Hüther im Deutschlandfunk
Interview, 29. März 2017

Michael Hüther im Deutschlandfunk „Die Briten sind in dieser Situation schlechter gestellt”Arrow

Nach dem Brexit-Beschluss Großbritanniens müsse es jetzt darum gehen, die Interessen der Gemeinschaft in den Fokus zu rücken, sagte IW-Direktor Michael Hüther im Interview mit dem Deutschlandfunk. Ein Staat, der sich aus der Integration herausnehme, dürfe anschließend nicht von möglichen Sonderregelungen profitieren. mehr

Deutschland hat die erste Welle der Brexit-Wirkungen hinter sich
IW-Kurzbericht, 28. März 2017

Jürgen Matthes / Berthold Busch Deutschland hat die erste Welle der Brexit-Wirkungen hinter sichArrow

Nach der Erklärung von Artikel 50 wird es ernst. Während die kurzfristigen Brexit-Wirkungen auf das UK bisher erstaunlich gering blieben, sind die deutschen Exporte in das UK seit dem Referendum deutlich gesunken. Damit dürfte das Gros der Kurzfrist-Wirkungen aber bereits bewältigt sein, ohne dass dies die stabile deutsche Wirtschaft aus dem Tritt gebracht hat. mehr