Finanzmärkte und Geldpolitik

Finanzmärkte und Geldpolitik

An Finanzmärkten wird mit finanziellen Mitteln gehandelt, beispielsweise mit Aktien, Anleihen, Derivaten und Hypotheken. Ziel ist es, das Kapital in die produktivste Verwendung zu lenken.

Banken und andere professionelle Anleger sammeln Informationen über die verschiedenen Anlagemöglichkeiten und investieren die ihnen anvertrauten Ersparnisse in die attraktivsten Projekte. In der Praxis geht der Plan nicht immer auf, weil die Zukunft kaum vorhersehbar ist und Geld in erfolglosen Vorhaben versenkt wird. Außerdem neigen Finanzmärkte zu Übertreibungen, weil sich viele Akteure an das Verhalten der anderen anpassen, und damit eine vorhandene Entwicklung weiter verstärken. Trotz aller Ausschweifungen und Irrationalitäten erfüllt der Finanzsektor aber eine wichtige gesellschaftliche Funktion. Müssten die Menschen erst jahrelang sparen, um das nötige Geld für eine Investition aus eigener Kraft aufbringen zu können, wäre der Kapitalstock und damit auch die Arbeitsproduktivität viel kleiner.

Eine immer wichtigere Rolle an den Finanzmärkten spielen die Zentralbanken. Die Notenbanker legen die Leitzinsen fest, zu denen sich die privaten Kreditinstitute Geld leihen können. Zudem ist beispielsweise die Europäische Zentralbank (EZB) zuletzt vermehrt selbst als Akteur aufgetreten und hat im großen Stil Staatsanleihen gekauft. Seit einiger Zeit hat die EZB auch die Aufgabe, die Banken zu beaufsichtigen und die Finanzmarktstabilität zu wahren.

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