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Die Erbschaftssteuer begünstigt nahe Angehörige. Foto: ti-ja/iStock

Die Erbschaftsteuer berechnet sich aus dem Sachvermögen, zum Beispiel Häuser und Grundstücke, und dem Kapitalvermögen, etwa Sparbücher und Wertpapiere. Nahe Angehörige werden vom Gesetz begünstigt: Ehepartner dürfen bis 500.000 Euro steuerfrei erben, Kinder bis 400.000 Euro. Entfernte Verwandte verfügen dagegen nur über einen Freibetrag von 20.000 Euro. Bei allem darüber hinaus fordert das Finanzamt seinen mit der Vermögenshöhe steigenden Anteil.

Unternehmen können steuerfrei an die nächste Generation weitergegeben werden, wenn die Firma weniger als 26 Millionen Euro wert ist, der Betrieb mindestens sieben Jahre fortgeführt wird und die Arbeitsplätze erhalten bleiben. Sind die Voraussetzungen nicht erfüllt, müssen Erben bis zur Hälfte des vermachten Vermögens einsetzen, um die Forderung des Finanzamts zu erfüllen.

Die Einnahmen aus der Erbschaftsteuer belaufen sich auf jährlich mehr als 7 Milliarden Euro und fließen an die Länder. Ein Reformvorschlag zur Vereinfachung der Erbschaftssteuer ist das sogenannte „Flat-Tax-Modell“, ein System mit einer breiten Bemessungsgrundlage bei einer vergleichsweise geringen Belastung. Ein Steuersatz von rund 8 Prozent wäre für den Fiskus schätzungsweise aufkommensneutral.

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Erbschaftsteuer: Flat-Tax-Modell schlecht für kleine Unternehmen
IW-Kurzbericht, 21. April 2017

Martin Beznoska / Tobias Hentze Erbschaftsteuer: Flat-Tax-Modell schlecht für kleine UnternehmenArrow

Ein Flat-Tax-Modell mit einer breiten Bemessungsgrundlage und einem einheitlichen Steuersatz würde die Erbschaftssteuer vereinfachen. Im Vergleich zum jetzigen Recht müssten dann Erben von kleinen und mittleren Unternehmen höhere Steuern zahlen, während große Erb- und Schenkungsfälle in der Regel bessergestellt würden. mehr

23. September 2016

Kommentar Erbschaftssteuer: Eine (fast) unendliche GeschichteArrow

Der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat hat sich in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag geeinigt, bis Mitte Oktober sollen Bundestag und Bundesrat dem gefundenen Kompromiss zur Erbschaftssteuerreform zustimmen. Kommt es dazu, hätte die Politik die allerletzte Chance genutzt, die vom Bundesverfassungsgericht geforderten Änderungen umzusetzen. Das wäre jedoch absolut kein Grund, stolz zu sein, sagt Tobias Hentze, Referent für Öffentliche Finanzen im IW Köln. mehr auf iwd.de

Erbschaftsteuerreform
IW-Nachricht, 22. September 2016

Erbschaftsteuerreform Eine komplizierte EinigungArrow

Der Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat hat sich in der Nacht auf einen Kompromiss zur Erbschaftsteuerreform geeinigt. Für die Politik ist das Ergebnis kein Ruhmesblatt, da sie die vom Bundesverfassungsgericht gesetzte Frist nicht erfüllt hat. Für die Unternehmen bedeutet die Einigung zumindest Rechtssicherheit, sofern Bundestag und Bundesrat morgen zustimmen. Und die Korrektur der bestehenden Überbewertung ist aus ökonomischer Sicht ein Schritt nach vorne. mehr