Zuwanderung Image
Von gut ausgebildeten Zuwanderern profitieren auch die Einheimischen. Foto: Juanmonino/iStock

In den vergangenen Jahren war die Zuwanderung nach Deutschland von zwei großen Strömen geprägt: zum einen der Zuzug aus anderen EU-Ländern im Rahmen der Arbeitnehmer- und Personenfreizügigkeit. Auf diesem Weg kamen viele gut ausgebildete Menschen ins Land, die schnell am deutschen Arbeitsmarkt Fuß fassen konnten. Den zweiten Strom bildeten Flüchtlinge aus Syrien und anderen Ländern in den Jahren 2015 und 2016. Bei der Integration dieser Zuwanderer in den Arbeitsmarkt steht Deutschland noch am Anfang. Eine große Herausforderung ist, dass viele Flüchtlinge nur ein niedriges Qualifikationsniveau mitbringen. Es wird einige Jahre dauern, bis auch sie einen Beitrag zur Fachkräftesicherung leisten können.

Da die Zahl wanderungsbereiter Personen aus der Europäischen Union künftig sinken dürfte, weil auch die Gesellschaften der anderen EU-Länder altern, sollte Deutschland die Fachkräftezuwanderung aus Nicht-EU-Ländern erleichtern. Wichtig wäre ein modernes Zuwanderungsrecht, das Klarheit über die Voraussetzungen für die Zuwanderung aus Drittstaaten schafft und auch jenen Personen den Zugang ermöglicht, die zwar noch kein konkretes Stellenangebot, aber mit ihrer Qualifikationen gute Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt haben. Zudem sollten die Qualifikationen der Zuwanderer leichter anerkannt werden, damit ihre im Heimatland erworbenen Abschlüsse nicht entwertet werden.

Ansprechpartner

IW-Report
IW-Report, 15. September 2017

Christian Friesl / Wido Geis / Martin Hörmann / Patrick Schellenbauer / Fabian Schnell / Clemens Wallner Migration und Arbeitsmärkte in Deutschland, Österreich und der SchweizArrow

Deutschland, Österreich und die Schweiz sind vor dem Hintergrund des demografischen Wandels auf die Zuwanderung von Fachkräften angewiesen, um ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu erhalten. mehr

Dreiländertreffen
Pressemitteilung, 7. September 2017

Dreiländertreffen Demografischer Wandel: Zuwanderung ist nötigArrow

Deutschland, Österreich und die Schweiz müssen sich stärker um Fachkräfte aus dem Ausland bemühen. Zu diesem Ergebnis kommt eine gemeinsame Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW), der österreichischen Industriellenvereinigung (IV) und von Avenir Suisse. Die konkreten Lösungswege unterscheiden sich jedoch in den drei Ländern. mehr

Fachkräfteengpass
Interview, 30. August 2017

Oliver Koppel im Deutschlandfunk „Wir brauchen eine stärker arbeitsmarktorientierte Zuwanderung”Arrow

Was tun gegen den Fachkräfteengpass? Oliver Koppel vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) setzt unter anderem auf Zuwanderung. Die müsse allerdings besser organisiert werden, sagte er im Deutschlandfunk. Er zeigte sich von der Politik in dieser Hinsicht enttäuscht - insbesondere von der Union. mehr