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De-Globalisierung | K

4.0

De-Globalisierung

Die deutsche Wirtschaft setzt mehr als viele andere vergleichbare Volkswirtschaften auf den Export. In der Exportorientierung liegen große Chancen, zuletzt aber auch zunehmend Risiken, etwa weil die Abhängigkeit von der globalen Nachfrage zunimmt. 

Seit 2008 sind gravierende Krisen sehr viel häufiger als erwartet eingetreten: die globale Finanzmarktkrise, die Euro-Schuldenkrise, die Russland-Krise, der Brexit, De-Globalisierungstendenzen, der Trump’sche Protektionismus, die verschärften geopolitischen Rivalitäten und die Krise der Welthandelsorganisation (WTO).

Der deutsche Außenhandel steht für 88 Prozent des BIP – ein sehr hoher Wert IM VERGLEICH Grosser OECD-Länder.

Diese Entwicklungen haben das deutsche Exportmodell erheblich unter Druck gesetzt und die ökonomische Unsicherheit stark erhöht. Sie gingen einher mit einem deutlichen Anstieg der weltweiten Handelsbarrieren gegenüber deutschen Exporten. Es waren so viele der deutschen Haupthandelspartner gleichzeitig oder nacheinander betroffen, dass auch die breite Diversifizierung der Exportziele nicht mehr ausreichend abfedernd wirkte. In der Folge stockte der Exportmotor in den 2010er Jahren deutlich gegenüber der Zeit zwischen 2000 und 2008.

Mittelfristig droht das deutsche Exportmodell durch Protektionismus und Abkoppelungstendenzen noch mehr unter Druck zu geraten. Denn so entstehen große Anreize für deutsche Unternehmen, Exportmärkte zunehmend durch Produktion vor Ort zu bedienen. Vor allem China setzt gezielt Anreize, dass ausländische Firmen Beschäftigung, Wertschöpfung und sogar Forschung dort ansiedeln statt im eigenen Land. 

Die hohe deutsche Exportorientierung macht besonders anfällig für Verlagerungen von Betriebsstätten auf Kosten des Standorts Deutschland. Da China stärker auf Selbstversorgung setzt, könnte sich ein starker Produktionsfokus auf China aber als problematisch erweisen, wenn deutsche Firmen längerfristig aus China verdrängt werden sollten.

Hinzu kommt der steigende Konkurrenzdruck durch die aufstrebende Wirtschaftsmacht China, sei es durch technologisches Aufholen oder durch staatliche Subventionen und Wettbewerbsverzerrungen. Diese Kombination kann mittelfristig den Wohlstand in Deutschland gefährden. 

Für deutsche Industrieunternehmen ist die Konkurrenz durch chinesische Firmen inzwischen bereits ein größeres Problem als der Protektionismus. Dabei vermuten vor allem diejenigen Firmen, die die chinesische Konkurrenz spüren, dass die Wettbewerbsvorteile Chinas eher durch Subventionen als durch Innovationen entstehen. Daher unter­stützen sie mit großer Mehrheit eine robustere Handels- und Investitionspolitik gegenüber China.