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Judith Niehues IW-Trends Nr. 1 7. Februar 2017 Vielschichtig und stabil: Die Mittelschicht in Deutschland

Derzeit gehört etwa jeder zweite in Deutschland zur Mittelschicht im engen Sinne. Besonders häufig sind dies Facharbeiter und Angestellte in qualifizierter Tätigkeit. Selbstständige, Beamte ab dem gehobenen Dienst und Angestellte mit hochqualifizierter Tätigkeit oder Leitungsfunktion erreichen hingegen häufig mindestens die obere Mittelschicht und zählen damit zu dem reichsten Fünftel der Gesellschaft.

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Die Mittelschicht in Deutschland
Judith Niehues IW-Trends Nr. 1 7. Februar 2017

Vielschichtig und stabil: Die Mittelschicht in Deutschland

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Derzeit gehört etwa jeder zweite in Deutschland zur Mittelschicht im engen Sinne. Besonders häufig sind dies Facharbeiter und Angestellte in qualifizierter Tätigkeit. Selbstständige, Beamte ab dem gehobenen Dienst und Angestellte mit hochqualifizierter Tätigkeit oder Leitungsfunktion erreichen hingegen häufig mindestens die obere Mittelschicht und zählen damit zu dem reichsten Fünftel der Gesellschaft.

Die Mittelschicht steht häufig im Zentrum von Verteilungsanalysen. Es besteht allerdings keine eindeutige Abgrenzung dieser Einkommensgruppe. Zudem gibt es unterschiedliche Befunde hinsichtlich ihrer langfristigen Entwicklung. Gemäß der Abgrenzung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) gehörte ein Alleinlebender im Jahr 2014 zur (Einkommens-)Mittelschicht im engen Sinn, wenn er über ein monatliches Nettoeinkommen zwischen 1.410 und 2.640 Euro verfügte. Für eine vierköpfige Familie liegen die Einkommensgrenzen bei 2.950 und 5.540 Euro. Unabhängig von der Abgrenzung stellt die Einkommensmittelschicht die mit Abstand größte Bevölkerungsgruppe in Deutschland. Auf Basis aktueller Daten der SOEP-Welle 2015 und der Definition des IW Köln gehört ihr etwa jeder Zweite an. Dies hat sich seit der Wiedervereinigung nicht wesentlich geändert. Die Entwicklung seit 1991 kann in drei Phasen eingeteilt werden: Zunächst stieg der Anteil der Mittelschicht im Zuge des ostdeutschen Aufholprozesses etwas an, bevor er von seinem temporären Höchstpunkt von knapp 55 Prozent im Jahr 1997 auf rund 50 Prozent bis 2005 zurückging. Abgesehen von dem Einfluss einer Stichprobenänderung im Jahr 2013 hat sich das Schichtgefüge seither nur noch unwesentlich verändert. Die Mittelschicht in Deutschland ist stabil.

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Die vorliegende Analyse zeigt, dass die Grenze zur Mittelschicht nicht entlang der sogenannten Kragenlinie verläuft. Facharbeiter zählen mit einer besonders hohen Wahrscheinlichkeit zu der eng definierten Mittelschicht. Zugleich gehören ihr in einem hohen Ausmaß Angestellte in qualifizierter Tätigkeit an. Selbstständige, Beamte ab dem gehobenen Dienst und Angestellte mit hochqualifizierter Tätigkeit oder Leitungsfunktion erreichen hingegen häufig mindestens die obere Mittelschicht und zählen damit zu dem reichsten Fünftel der Gesellschaft.

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