Die Anzahl der Pflegebedürftigen in Deutschland nimmt seit Jahren zu, allein zwischen 1999 und 2015 von rund 2 Millionen auf über 3 Millionen Menschen (Statistisches Bundesamt, 2001; 2017a). Für die absehbare Zukunft ist nicht mit einer Umkehr dieses Trends zu rechnen. Denn die Wahrscheinlichkeit, pflegebedürftig zu werden, steigt mit dem Alter an. Entsprechend ist bei einer zunehmend älteren Bevölkerung, wie sie für Deutschland prognostiziert wird (Statistisches Bundesamt, 2015; Deschermeier, 2016), mit steigenden Pflegefallzahlen zu rechnen. Daher wird die Nachfrage nach professioneller Pflege durch Pflegedienste und in Pflegeheimen zunehmen. Bereits heute besteht ein gravierender Fachkräfteengpass, der Anlass für öffentliche Diskussionen und Reformvorhaben der Großen Koalition ist. In dem folgenden Beitrag wird analysiert, wie die derzeitige Situation auf dem Arbeits- und Ausbildungsmarkt in Altenpflegeberufen ist, wie hoch der Fachkräftebedarf in der Altenpflege hierzulande ist und welche Trends für die Zukunft zu erwarten sind.

Eine Projektion bis zum Jahr 2035 ergibt einen Bedarf von 130.000 bis 150.000 zusätzlichen Fachkräften allein für die Pflegeleistungen. Allerdings gibt es bereits heute nicht genügend Fachkräfte in der Altenpflege. Sowohl die Anzahl der Beschäftigten als auch die der Schulanfänger in Altenpflegeberufen sind zuletzt zwar deutlich angestiegen. Die Entwicklung reicht jedoch nicht aus, um den zunehmenden Fachkräftebedarf zu decken. Derzeit kommen lediglich 22 arbeitslose Altenpfleger auf 100 gemeldete offene Stellen. Engpässe in der Altenpflege sind in Deutschland ein flächendeckendes Problem. Die Bewältigung dieses Fachkräfteengpasses bedarf einer umfassenden Strategie. Sicher spielt hierbei ebenfalls die Entlohnung eine wesentliche Rolle. Erforderlich sind zudem zusätzliche Maßnahmen wie Weiterbildungsangebote und eine demografiefeste Personalarbeit der Pflegeanbieter, um die Attraktivität der Pflegeberufe zu erhöhen. Auch die fortschreitende Digitalisierung bietet Potenziale, welche für die Pflegebranche noch stärker in den Blick genommen werden können.