Eine international vergleichbare Quantifizierung der wirtschaftlichen Effekte der Digitalisierung wird seit Jahren von einer Arbeitsgruppe der OECD entwickelt und abgestimmt. Eine Umsetzung dieses Ansatzes findet ihre Grenzen in den eingeschränkt verfügbaren Daten. Eine auf dem OECD-Vorschlag aufsetzende Definition und Messung der digitalen Wirtschaft wurde 2018 von der Statistikbehörde BEA für die USA veröffentlicht. Wird dieses Konzept mit Daten der deutschen VGR umgesetzt, dann ergibt sich für das Jahr 2016 ein Beitrag der digitalen Wirtschaft in Deutschland in Höhe von 5,7 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Dieser Wert ist deutlich niedriger als der von der BEA gemessene Wert für die USA in Höhe von 7,8 Prozent. Diese Differenz liegt auch in dem zugrunde liegenden Messkonzept begründet, denn der BEA-Ansatz erfasst vor allem die Wertschöpfung des Sektors der Informations- und Kommunikationstechnologie zuzüglich besonders digitaler Dienstleistungen wie dem E-Commerce. Durch diese Fokussierung auf Enabler der Digitalisierung sowie Produkte, die ohne die Digitalisierung nicht möglich wären, wird die digitale Wertschöpfung in klassischen Geschäftsmodellen allerdings nicht berücksichtigt. Eine Befragung mit dem IW-Zukunftspanel umfasst die digitalen Wertschöpfungsanteile weiterer Produkte, Dienstleistungen und besonders der Prozesse. Demnach schätzen die Unternehmen in Deutschland für das Jahr 2020 im Durchschnitt rund 22,5 Prozent ihrer Umsätze als digital ein. Um ein umfassendes Bild der Digitalisierung des Wirtschaftslebens zu bekommen, muss vor allem der Mangel an Daten zur Digitalisierung von Prozessen behoben werden.