Seit dem letzten Höhepunkt im Jahr 2003 geht die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland tendenziell zurück. Eine Ausnahme bilden die Krisenjahre 2008 und 2009. Für 2016 wird mit 22.000 Insolvenzfällen ein neuer Tiefststand seit der Jahrtausendwende erwartet. Der kräftige Rückgang der Unternehmensinsolvenzen seit 2003 lässt sich sowohl insgesamt als auch auf der Bundesländer-Ebene durch die positive Wirtschaftsentwicklung als entscheidendem gesamtwirtschaftlichem Faktor und die zunehmende Eigenkapitalquote der Unternehmen als unternehmensindividuelle Einflussgröße erklären. Der rückläufigen Insolvenzzahl steht aber eine ähnliche Abnahme der Gründungszahlen gegenüber. Die sogenannte Turbulenzrate in der Wirtschaft, die die Summe aus Gründungen und Schließungen zum Unternehmensbestand in Relation setzt, ist damit ebenfalls rückläufig. Dies kann eine abnehmende Modernisierung signalisieren. Diese Interpretation wird durch die schwache Produktivitätsentwicklung gestützt.