Verteilungs- und Armutsanalysen berücksichtigen häufig nicht die Vermögenswerte. Haushaltsbefragungen zeigen, dass jedem Erwachsenen in Deutschland im Durchschnitt mehr als 80.000 Euro in Form von Geld- oder Sachvermögen zur Verfügung stehen. Zwar sind die Vermögenswerte positiv mit dem Einkommen korreliert, trotzdem können auch einige einkommensschwache Haushalte auf nennenswerte Vermögen zurückgreifen. Mehr als ein Sechstel der Einkommensarmen kann durch die Auflösung ihres Vermögens mindestens zehn Jahre lang ihre Armutslücke schließen. Da das Durchschnittsvermögen kontinuierlich bis in das hohe Alter steigt, senkt die Berücksichtigung von Vermögen vor allem die relativen Armutsrisiken der älteren Bevölkerung. Dieses Ergebnis ist robust gegenüber der Wahl des Mikrodatensatzes.

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Seit 2005 hat sich die Einkommensschere nicht weiter geöffnet
Interview, 21. September 2017

Judith Niehues im General-Anzeiger Bonn Seit 2005 hat sich die Einkommensschere nicht weiter geöffnetArrow

Ein „bedingungsloses Kapitaleinkommen“ für alle Bürger steht seit Längerem zur Debatte. Es soll die soziale Ungleichheit bekämpfen. Die soziale Ungleichheit habe nur zeitweise zugenommen, sagt die Ökonomin Judith Niehues vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln. mehr

Gastbeitrag, 4. September 2017

Judith Niehues auf Zeit Online Die Mittelschicht ist stabiler als ihr RufArrow

Im Wahlkampf kommt die Debatte über die Mittelschicht wieder hoch. Ob sie schrumpft, ist eine Frage der Definition, und davon gibt es viele. Halten wir uns an die Fakten. Ein Gastbeitrag von IW-Ökonomin Judith Niehues, erschienen auf Zeit Online. mehr

Ungleichheit: Medienberichte verunsichern Bürger
Pressemitteilung, 1. September 2017

Matthias Diermeier / Henry Goecke / Judith Niehues / Tobias Thomas Ungleichheit: Medienberichte verunsichern BürgerArrow

Die Medien berichten seit einigen Jahren immer häufiger über Ungleichheit, obwohl sich die Verteilung von Einkommen und Vermögen in Deutschland kaum verändert hat. Das belegt eine gemeinsame Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) und von EcoAustria. Die Studie zeigt zudem, dass die Berichterstattung die Menschen verunsichert – zumindest kurzfristig. mehr