Dadurch werden die Ursachen von vorliegenden geschlechterbezogenen Ungleichheiten (noch) stärker in den Blick genommen. Die zusätzlich bereitgestellten Informationen können auch dazu beitragen, die erwarteten Wirkungen bestimmter Politikmaßnahmen bereits im Vorfeld von politischen Entscheidungen besser abschätzen zu können. So könnten zum einen zusätzliche Daten zur Ausübung einer selbstständigen Tätigkeit von Frauen und Männern die Erarbeitung von differenzierten Politikempfehlungen für abhängig Beschäftigte und Selbstständige unterstützen. Zudem liefert der „Gender Overall Earnings Gap“ keinen Mehrwert. Eine Bewertung der Fortschritte anhand der diesem synthetischen Indikator zugrunde liegenden Daten erscheint sinnvoller. Außerdem liefert im Rahmen der Indikatorik zur Gleichstellung der Geschlechter in wirtschaftlichen Entscheidungsprozessen eine Fokussierung auf die gesamtwirtschaftliche Ebene statt auf einen bestimmten Kreis der größten Unternehmen wichtige zusätzliche Erkenntnisse. Trotz datentechnischer Einschränkungen dürfte vor allem eine Disaggregation nach Alter nützlich sein, um etwa die besondere Bedeutung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf hervorzuheben.