Junge Menschen bleiben in Deutschland selten ohne berufsqualifizierenden Abschluss. Konnten im Jahr 2005 noch 16,5 Prozent aller Personen im Alter zwischen 20 und 29 Jahren, die sich nicht mehr in der Ausbildung befanden, keinen beruflichen Abschluss vorzeigen, waren es im Jahr 2011 nur 13,4 Prozent. Allerdings bestehen große regionale Unterschiede, insbesondere zwischen west- und ostdeutschen Bundesländern. So variiert der Anteil der 20- bis 29-Jährigen ohne Abschluss zwischen 7,5 Prozent in Thüringen und 18,4 Prozent im Saarland. Die Wahrscheinlichkeit, dass junge Menschen ohne berufsqualifizierenden Abschluss bleiben, steht in einem signifikanten Zusammenhang mit einem fehlenden Schulabschluss, einem Migrationshintergrund und einer Familienkonstellation mit Kindern im Alter von unter drei Jahren. Vor allem alleinerziehende Frauen sind häufig von einem fehlenden Berufsabschluss betroffen. Von diesen weist über ein Drittel (35,6 Prozent) keinen beruflichen Abschluss auf. Die Teilhabe am Arbeitsmarkt von 20- bis 29-Jährigen ohne Berufsabschluss hat zwischen den Jahren 2005 und 2011 von 46,8 Prozent auf 52,3 Prozent zugenommen. Dennoch sind sie immer noch deutlich seltener erwerbstätig als Personen in derselben Altersgruppe mit beruflichem Abschluss. Dabei ist nicht nur der Anteil der Erwerbslosen, sondern auch der Anteil der Nichterwerbspersonen und besonders derjenigen ohne Arbeitswunsch deutlich höher.

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Ausbildungsplätze
IW-Nachricht, 2. November 2017

Regina Flake Ausbildungsplätze: Chancen nutzenArrow

Rein rechnerisch ist der Ausbildungsmarkt laut Bundesagentur für Arbeit (BA) sehr ausgeglichen: 549.800 Berufsausbildungsstellen standen 547.800 Bewerber gegenüber. Dennoch bleiben viele Stellen unbesetzt, gleichzeitig finden junge Menschen keinen Ausbildungsplatz. Schulen und Unternehmen müssen handeln. mehr

Gutachten, 26. Oktober 2017

Paula Risius / Lydia Malin / Regina Flake Ausbildung oder Studium? Arrow

Unternehmen können immer mehr Ausbildungsstellen nicht besetzen. Dies birgt die Gefahr, dass gerade kleine und mittlere Unternehmen mittelfristig ihre Ausbildungsaktivitäten zurückfahren, was gravierende Auswirkungen auf die Fachkräftesituation auf dem Arbeitsmarkt hätte. mehr

IW-Trends, 26. Oktober 2017

Regina Flake / Lydia Malin / Paula Risius Bildungsentscheidung von Abiturienten für Ausbildung oder StudiumArrow

Der Anteil der Abiturienten unter den Schulabgängern steigt seit vielen Jahren an. Inzwischen erwirbt mehr als die Hälfte eines Jahrgangs die Hochschulzugangsberechtigung und die Anzahl der Studienanfänger hat sich in den letzten 15 Jahren verdoppelt. Gleichzeitig brechen 29 Prozent ihr Studium vorzeitig ab. Das zeigt, dass die Entscheidung für ein Studium nicht für alle Studienanfänger optimal ist. mehr