Unsicherheiten bis hin zu kriegerischen Auseinandersetzungen sind eine Belastung für die betroffenen Volkswirtschaften. Unternehmen sind in Konfliktländern zurückhaltender mit Investitionen, wenn sie die für Investitionen notwendigen stabilen Rahmenbedingungen nicht vorfinden. Die Länder, die eine besonders hohe Konfliktneigung haben, weisen im Durchschnitt deutlich niedrigere Wachstumsraten und Investitionsquoten auf als die Vergleichsgruppe der Schwellen- und Entwicklungsländer.

Die Länder mit akuten und anhaltenden Krisen wie der Jemen, Libyen oder die Ukraine haben in der Eskalationsphase deutliche Rückgänge bei Wirtschaftswachstum, Investitionsneigung und im Außenhandel. Die Bedeutung für den deutschen Außenhandel wird anhand einer neuen Kennziffer bestimmt, die sich aus den Konfliktintensitäten der Partnerländer und den jeweiligen Handelsanteilen ergibt. Es zeigt sich nur eine geringe Schwankung des Konfliktindexes, die zudem im Wesentlichen von kleineren Veränderungen der Konfliktbewertungen wichtiger Partnerländer bestimmt sind. Die tatsächlichen eskalierenden Konflikte der letzten Jahre waren hingegen für den deutschen Außenhandel von geringer Bedeutung. Dies kann sich bei Konflikten größerer Partnerländer oder regionalen Konflikten mit einer internationalen Ausstrahlung jedoch ändern. Die Ölpreisschocks der 1970er Jahre haben gezeigt, wie schnell regionale kriegerische Auseinandersetzungen weltwirtschaftliche Konsequenzen nach sich ziehen können.