Im Mai 2011 stellt Deutschland als eines der letzten EU-Länder gegenüber den acht im Jahre 2004 beigetretenen ost- und mitteleuropäischen EU-Ländern die volle Arbeitnehmerfreizügigkeit her. Es ist von hohem Interesse, welche Migrationswirkungen der damit verbundene Verlust von Steuerungsmöglichkeiten nach sich ziehen wird. Die bislang vorliegenden Studien unterstellen überwiegend ein Beitrittsszenario, in dem alle EU-Länder gleichzeitig die uneingeschränkte Arbeitnehmerfreizügigkeit herstellen. Tatsächlich aber erfolgte eine gestaffelte Abschaffung von Mobilitätseinschränkungen. Im Ergebnis könnten die Migrationsströme dauerhaft umgeleitet worden sein. Nach einer Schätzung auf Basis von aktuellen Befragungsdaten des Eurobarometers sind in den ersten Jahren nach dem Wegfall der Einschränkungen der Freizügigkeit durchaus hohe Zuwanderungszahlen zu erwarten. Langfristig bleibt der Zustrom aber vor allem im Vergleich zu früheren Zuwanderungswellen moderat. Die Zuwanderung aus Osteuropa kann allerdings helfen, die konjunkturell bedingt hohe Nachfrage nach Arbeitskräften, die mit der demografisch bedingten Schrumpfung des heimischen Arbeitskräftepotenzials verbunden ist, zu kompensieren.

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Bautätigkeit
IW-Nachricht, 23. Mai 2017

Michael Voigtländer Immer noch zu wenige Wohnungen Arrow

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes sind im vergangenen Jahr bundesweit knapp 278.000 Wohnungen fertiggestellt worden. Das ist ein Plus von mehr als 12 Prozent und wirkt auf den ersten Blick erfreulich. Allerdings werden viel mehr Wohnungen benötigt. mehr

Der Handel ist nur ein Aspekt
Gastbeitrag, 8. Mai 2017

Michael Hüther im Creditreform Magazin Der Handel ist nur ein AspektArrow

Sollte die EU in den Brexit-Verhandlungen eine eher harte Linie verfolgen oder dem austretenden Mitglied weiterhin komfortable Bedingungen einräumen, etwa den Zugang zum Binnenmarkt ohne Freizügigkeit? Manche Ökonomen plädieren für Letzteres, da gerade Deutschland vom Handel mit den Briten profitiert. Doch beim Brexit geht es um viel mehr als einen großen Exportmarkt. mehr

Wie Macron Frankreich aus der Krise führen kann
Gastbeitrag, 8. Mai 2017

Berthold Busch und Galina Kolev in der Welt Wie Macron Frankreich aus der Krise führen kannArrow

Emmanuel Macron hat die Chance, mit Reformen für Wachstum in Frankreich zu sorgen und der EU neuen Schwung zu verleihen. Ein Gastbeitrag der IW-Ökonomen Berthold Busch und Galina Kolev in der Welt. mehr