Das deutsche Verarbeitende Gewerbe hatte im Jahr 2008 unter den 27 betrachteten Ländern das siebthöchste Lohnstückkostenniveau. Im Durchschnitt produzierten die Konkurrenzländer mit 8 Prozent niedrigeren Lohnstückkosten. Die hierzulande hohe Produktivität reicht somit nicht aus, um die Spitzenstellung bei den Arbeitskosten vollständig auszugleichen. Auf Nationalwährungs-Basis gerechnet, war die Lohnstückkostenentwicklung in Deutschland seit dem Jahr 2000 deutlich günstiger als im Ausland. Dies ist besonders auf den Zeitraum 2003 bis 2006 zurückzuführen, als die Lohnstückkosten hierzulande jedes Jahr um 3 Prozent sanken. Bei einer langfristigen Betrachtung schneidet Deutschland allerdings nicht besser ab als die Konkurrenzländer, da die Lohnstückkosten der deutschen Industrie in der ersten Hälfte der 1990er-Jahre um jährlich 3,4 Prozent zulegten, während sie sich bei der Konkurrenz nur moderat erhöhten. Somit ist die Entwicklung in den letzten Jahren als eine Korrektur der früheren Verschlechterung der Wettbewerbsfähigkeit zu verstehen.