Nimmt man die Krisenjahre 2008 und 2009 sowie das Erholungsjahr 2010 zusammen, ergibt sich für Deutschland mit jahresdurchschnittlich 5,9 Prozent der stärkste Lohnstückkostenanstieg auf Nationalwährungs-Basis unter allen untersuchten Ländern. Dies erklärt sich vor allem durch den deutlichen Produktivitätsrückgang, der wiederum die Folge des krisenbedingten Produktionseinbruchs ist. Trotzdem kann der deutschen Industrie nach wie vor ein hohes Produktivitätsniveau bescheinigt werden – die ausländische Konkurrenz liegt im Mittel um 13 Prozent zurück. Dies reicht jedoch nicht aus, um den Nachteil der hohen Arbeitskosten zu kompensieren. Denn das deutsche Lohnstückkostenniveau ist unter 28 verglichenen Ländern zusammen mit Norwegen das fünfthöchste. Im Durchschnitt hat das Ausland einen Kostenvorteil gegenüber Deutschland von 12 Prozent.