In der deutschen Industrie stiegen die Lohnstückkosten im Jahr 2013 um mehr als 3 Prozent. Sie lagen damit um 12 Prozent höher als im Vorkrisenjahr 2007. Im Jahr 2013 war die ausländische Industrie im Durchschnitt um 15 Prozent weniger produktiv als die deutsche. Dort waren aber auch die Arbeitskosten um 24 Prozent niedriger, sodass sich für Deutschland ein überdurchschnittlich hohes industrielles Lohnstückkostenniveau ergab. Insgesamt hat das Ausland hier einen Vorteil von 10 Prozent – nicht zuletzt durch die in den USA um über ein Fünftel niedrigeren Lohnstückkosten. In den Ländern der Europäischen Union waren die Lohnstückkosten immerhin noch um 6 Prozent niedriger, im Euroraum betrug der Kostenvorteil 4 Prozent. In langfristiger Betrachtung zeigt sich, dass sich die Lohnstückkosten hierzulande ungünstiger entwickelten als im Ausland: Im Zeitraum 1991 bis 2013 stiegen sie in Deutschland um insgesamt 12 Prozent, während sie im Ausland sowohl in nationaler Währung als auch auf Euro-Basis leicht nachgaben. Der Blick auf die Lohnstückkosten liefert somit keine Belege für ein Lohndumping in Deutschland.

IW-Trends

Christoph Schröder: Produktivität und Lohnstückkosten der Industrie im internationalen Vergleich

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