Internationale Streikvergleiche weisen Deutschland als ein vergleichsweise konfliktarmes Land aus. Tatsächlich lag die Anzahl der je 1.000 Arbeitnehmer arbeitskampfbedingt ausgefallenen Arbeitstage im Zeitraum 2000 bis 2007 bei nur fünf Tagen pro Jahr. Noch konfliktärmer waren von 20 untersuchten OECD-Ländern lediglich Japan, Polen und die Schweiz. Allerdings nähern sich die Arbeitskampfvolumina an. In einer Mehrheit von Ländern liegt dies an einer sinkenden Streikhäufigkeit, in Deutschland hingegen an einer kürzeren Streikdauer. Ein Blick auf die statistische Erfassung von Arbeitskämpfen zeigt allerdings, dass Deutschland zu den Ländern mit einer unvollständigen Arbeitskampferfassung gehört. Dies liegt vor allem an den Erfassungsgrenzen. Zudem stützt sich die amtliche Statistik auf Arbeitgebermeldungen, während andere Länder auch die in der Regel höheren Gewerkschaftsangaben heranziehen. Beides führt dazu, dass der tatsächliche Streikumfang in Deutschland in der amtlichen Statistik deutlich unterzeichnet wird.

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21. Juni 2017

Adam Giza Gewerkschaften unter DruckArrow

Die Arbeitnehmervertretungen kommen zunehmend unter Druck. Nicht einmal mehr jeder fünfte Beschäftigte in Deutschland war 2015 Mitglied in einer Gewerkschaft. Allerdings gibt es große regionale Unterschiede. mehr auf iwd.de

Gewerkschaftsspiegel, 8. Juni 2017

Paula Hellmich / Hagen Lesch DGB-Organisationsgrad: Nordwesten stärker, Südosten schwächerArrow

Ende 2015 zählten die acht im DGB zusammengeschlossenen Einzelgewerkschaften zusammen über 6 Millionen Mitglieder. Die Hälfte davon verteilt sich auf die drei großen Bundesländer Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg und Bayern. Am stärksten sind die DGB-Gewerkschaften jedoch im Saarland und in Bremen, am schwächsten in Mecklenburg-Vorpommern und Bayern. mehr