Internationale Streikvergleiche weisen Deutschland als ein vergleichsweise konfliktarmes Land aus. Tatsächlich lag die Anzahl der je 1.000 Arbeitnehmer arbeitskampfbedingt ausgefallenen Arbeitstage im Zeitraum 2000 bis 2007 bei nur fünf Tagen pro Jahr. Noch konfliktärmer waren von 20 untersuchten OECD-Ländern lediglich Japan, Polen und die Schweiz. Allerdings nähern sich die Arbeitskampfvolumina an. In einer Mehrheit von Ländern liegt dies an einer sinkenden Streikhäufigkeit, in Deutschland hingegen an einer kürzeren Streikdauer. Ein Blick auf die statistische Erfassung von Arbeitskämpfen zeigt allerdings, dass Deutschland zu den Ländern mit einer unvollständigen Arbeitskampferfassung gehört. Dies liegt vor allem an den Erfassungsgrenzen. Zudem stützt sich die amtliche Statistik auf Arbeitgebermeldungen, während andere Länder auch die in der Regel höheren Gewerkschaftsangaben heranziehen. Beides führt dazu, dass der tatsächliche Streikumfang in Deutschland in der amtlichen Statistik deutlich unterzeichnet wird.

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19. April 2017

Tarifkonflikte Konkurrierende Gewerkschaften: Wadenbeißer gegen PlatzhirscheArrow

Kleine Gewerkschaften wie die Piloten- und die Lokführerorganisationen ziehen oft auffallend konfliktfreudig in ihre Tarifverhandlungen. Besonders stark schaukeln sich Revierkämpfe mit den etablierten Branchengewerkschaften auf, wie eine Untersuchung des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigt. mehr auf iwd.de

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IW-Nachricht, 20. März 2017

Tarifverhandlungen Berliner Flughäfen Vermitteln reicht nichtArrow

Nachdem die Tarifverhandlungen für das Bodenpersonal an den Berliner Flughäfen gescheitert sind, soll nun der ehemalige Berliner Innensenator Ehrhart Körting vermitteln. Dieser Schritt ist richtig, reicht aber nicht aus. Denn im Gegensatz zu einem Schlichter nimmt Körting als Mediator keinen inhaltlichen Einfluss auf die Verhandlungen. mehr