Vor zehn Jahren verabredeten Tarifpartner und die Regierung eine beschäftigungsorientierte Lohnpolitik. Obwohl die Bündnisgespräche offiziell scheiterten, erwies sich in einer gesamtwirtschaftlichen Betrachtung die Lohnpolitik im Zeitraum 2000 bis 2009 als beschäftigungsorientiert. Das belegen die über lange Zeit stabilen Lohnstückkosten und die Entwicklung der Effektivverdienste. Letztere sind der Tariflohndynamik weitgehend gefolgt. Im Produzierenden Gewerbe stiegen die Effektivverdienste sogar stärker an als die Tarifverdienste. Preisbereinigt erhöhten sich die Brutto- und Nettoverdienste jedoch kaum. Je Arbeitnehmer sanken sie sogar. Da dies auf höheren Energiepreisen und auf einer rückläufigen Arbeitszeit je Arbeitnehmer beruht, lässt sich hieraus kein lohnpolitischer Nachholbedarf ableiten. Nach der Krise gilt es, die wieder steigende Produktivität zur Senkung der im Abschwung gestiegenen Lohnstückkosten zu nutzen und die Remanenzkosten der Kurzarbeit zu vermindern. Heterogene Branchenkonjunkturen lassen sich durch betriebliche Differenzierung berücksichtigen.

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IW-Trends, 19. Januar 2017

Christoph Schröder Lohnstückkosten im internationalen VergleichArrow

Das Lohnstückkostenniveau des deutschen Verarbeitenden Gewerbes ist nach wie vor hoch. Im Durchschnitt lagen die Lohnstückkosten in den ausgewählten Vergleichsländern im Jahr 2015 um 11 Prozent unter dem deutschen Niveau. Der Euroraum hatte mit 4 Prozent nur einen moderaten Vorteil gegenüber Deutschland. mehr

11. Januar 2017

Lohnstückkosten Die Kostenbelastung bleibt hochArrow

Die deutsche Industrie muss im Vergleich zur internationalen Konkurrenz weiterhin mit einem deutlichen Kostennachteil zurechtkommen. In den Jahren seit der Finanz- und Wirtschaftskrise sind die Lohnstückkosten in Deutschland sogar deutlich schneller gestiegen als im Ausland. mehr auf iwd.de

Exporterfolg
Pressemitteilung, 18. Oktober 2016

Interaktive Grafik zur Exportperformance Lohnstückkosten prägen WelthandelArrow

Selbst die Exportnation Deutschland muss um Anteile auf ihren Absatzmärkten kämpfen. Der Preis, zu dem Unternehmen produzieren, spielt dabei eine wichtige Rolle. Eine interaktive Grafik des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) zeigt: Steigen die Lohnstückkosten stärker als bei der Konkurrenz, sinkt in der Regel der Exporterfolg. mehr