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Ein Wirtschaftseinbruch von historischer Dimension droht die Früchte des Aufschwungs der letzten drei Jahre zunichte zu machen: Die Beschäftigungsgewinne werden 2010 aufgezehrt sein, das Realeinkommen pro Kopf wird im laufenden Jahr 2009 nicht viel höher liegen als im Jahr 2006. Die Finanzmarktkrise hat eine systemische Verwundbarkeit der Realwirtschaft zutage treten lassen. Noch bedeutsamer ist, dass sich viele – und nicht nur Globalisierungsgegner – in ihrer Kritik am Paradigma der internationalen Arbeitsteilung bestätigt sehen. Die Zwillingskrise von Finanzwirtschaft und Realwirtschaft wird begleitet von einer Legitimations- und Vertrauenskrise der marktwirtschaftlichen Ordnung.

Mit der vorliegenden Studie legt das Institut der deutschen Wirtschaft Köln eine strukturierte Analyse des letzten Aufschwungs vor: Hatte Deutschland doch bis zum Jahr 2008 einen von vielen nicht erwarteten wirtschaftlichen Aufschwung verzeichnet. Dies lässt sich auf eine erfolgreiche Mischung aus wirtschaftlichen Faktoren und der einsetzenden Wirkung struktureller Reformen zurückführen. Alles in allem hatte sich das niedrige deutsche Potenzialwachstum seit dem Jahr 2003 nahezu verdoppelt, und die Reformpolitik der Bundesregierung hatte daran einen erheblichen Anteil. Die Wissenschaftler skizzieren aus dieser Betrachtung heraus die Bedingungen für einen neuen Take- off – und umreißen damit eine wirtschaftspolitische Agenda für die neue Legislatur.

Ansprechpartner

Interview, 13. März 2017

Holger Schäfer auf mdr.de „Fehlanreize verfestigen Arbeitslosigkeit”Arrow

Die SPD will mehr Arbeitslosen länger ALG I zahlen. Zugleich plant sie einen Rechtsanspruch auf Qualifizierung. Für ALG-II-Empfänger soll das Schonvermögen verdoppelt werden. Der Wirtschaftswissenschaftler Holger Schäfer von Institut der deutschen Wirtschaft Köln sieht die Pläne kritisch. Er warnt, Alimentierung verfestige Arbeitslosigkeit. Außerdem rechnet er mit höheren Kosten als von der SPD veranschlagt. mehr

SPD-Arbeitsmarktprogramm
IW-Nachricht, 6. März 2017

SPD-Arbeitsmarktprogramm Unnötige Abkehr von der Agenda 2010Arrow

Die SPD will mit mehr Leistungen für Arbeitslose die Herausforderungen des demographischen Wandels und der Digitalisierung meistern. Doch die vier geplanten Maßnahmen bergen mehr Risiken, als sie Chancen bieten. mehr

Deutsche Unternehmen sehen den Brexit gelassen
IW-Kurzbericht, 23. Januar 2017

Michael Grömling / Jürgen Matthes Deutsche Unternehmen sehen den Brexit gelassenArrow

Das Vereinigte Königreich (UK) will zwar aus dem Binnenmarkt austreten, mit einem umfassenden Freihandelsabkommen aber einen weitgehenden Zugang zu den EU-Absatzmärkten behalten. Es ist jedoch fraglich, ob sich die Europäische Union darauf einlässt. Die Brexiteers behaupten, dass vor allem deutsche Unternehmen, die sich um ihre Exporte in das UK sorgen, auf weiche Kompromisse zugunsten der Briten drängen, um weiterhin möglichst ungehindert Handel treiben zu können. Eine Umfrage des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW Köln) stellt diese Sichtweise jedoch infrage. mehr