Im Jahr 2014 lebten rund 915.000 zwischen 2004 und 2012 aus anderen EU-Ländern sowie Island, Liechtenstein, Norwegen oder der Schweiz zugewanderte Personen in Deutschland. Das entspricht mehr als einem Prozent der Gesamtbevölkerung. Knapp die Hälfte von ihnen wohnte in den wirtschaftsstarken Südländern Bayern, Baden-Württemberg und Hessen, wohingegen auf die neuen Bundesländer ohne Berlin zusammen nur rund fünf Prozent entfielen. Viele dieser EU-Zuwanderer verfügen über ein hohes Qualifikationsniveau. Der Akademikeranteil unter den 25- bis 64-Jährigen liegt bei 31,1 Prozent. Allerdings gibt es Unterschiede je nach Herkunftsregion. So sind die Zuwanderer aus Nord- und Westeuropa deutlich besser qualifiziert als die Zuwanderer aus den östlichen EU-Mitgliedsländern. Dennoch weisen gerade die Männer aus diesen Ländern eine besonders hohe Erwerbsbeteiligung auf. Der Erwerbstätigenanteil liegt bei den 25- bis 64-Jährigen bei 90,0 Prozent und ist auch bei einer multivariaten Analyse unter sonst gleichen Bedingungen signifikant höher als diejenige von Einheimischen. Insgesamt liegt die Erwerbstätigenquote der EU-Zuwanderer mit 77,4 Prozent auf demselben Niveau, wie bei der Gesamtbevölkerung im entsprechenden Alter. Dabei sind rund drei Viertel der erwerbstätigen EU-Zuwanderer in qualifizierten Tätigkeiten und ein Fünftel sogar in hochspezialisierten Expertentätigkeiten beschäftigt. Insgesamt lässt sich damit schließen, dass die Arbeitskräftemobilität innerhalb der EU in den letzten Jahren einen bedeutenden Beitrag zur Fachkräftesicherung in Deutschland geleistet hat.

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Wido Geis: Arbeitskräftemobilität in der EU – Ein Gewinn für den deutschen Arbeitsmarkt

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IW-Report, 18. September 2017

Daniel Bendel / Markus Demary / Michael Voigtländer How do higher interest rates impact companies’ financial situation?Arrow

Companies’ access to finance has an important impact on their profitability and growth prospects. Without external financing, most firms are not able to invest, which is a prerequisite for economic growth. Unlike in the US, which has a capital market-based financial system, banks are the dominant lenders for firms in the Eurozone. mehr

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IW-Report, 15. September 2017

Christian Friesl / Wido Geis / Martin Hörmann / Patrick Schellenbauer / Fabian Schnell / Clemens Wallner Migration und Arbeitsmärkte in Deutschland, Österreich und der SchweizArrow

Deutschland, Österreich und die Schweiz sind vor dem Hintergrund des demografischen Wandels auf die Zuwanderung von Fachkräften angewiesen, um ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit zu erhalten. mehr

14. September 2017

Interview mit Markus J. Beyrer „Die Freiheiten in der EU fallen nicht von den Bäumen“Arrow

Die künftige Bundesregierung muss die Fahne des Freihandels hochhalten und sollte den vorhandenen finanziellen Spielraum für mehr Investitionen nutzen, sagt Markus J. Beyrer im iwd-Interview. Der Österreicher ist Generaldirektor der europäischen Vereinigung der Industrie- und Arbeitgeberverbände BusinessEurope, zu dessen Mitgliedern die deutschen Organisationen BDA und BDI gehören. mehr auf iwd.de