Bemühungen um mehr Transparenz sind grundsätzlich zu begrüßen. Dabei ist jedoch klar zu unterscheiden, ob damit mehr Transparenz seitens multinationaler Unternehmen (MNU) gegen-über den Steuerbehörden oder der Öffentlichkeit gemeint ist.

Während mehr Transparenz gegenüber den Steuerbehörden insgesamt zu begrüßen ist, würde bei einer allgemeinen Veröffentlichung sensibler Unternehmensdaten der Verlust von Geschäftsgeheimnissen und damit möglicherweise von Wettbewerbsvorteilen drohen. Mehr Transparenz gegenüber den Steuerbehörden kann dagegen helfen, Vertrauen zwischen den Beteiligten aufzubauen.

Dies setzt voraus, dass die Steuerbehörden verantwortungsvoll mit den zusätzlichen Informationen umgehen. Letztlich kann das Risiko, dass Daten doch an die Öffentlichkeit gelangen, jedoch nicht ausgeschlossen werden.

Die Folge eines höheren Maßes an Transparenz wird nicht nur sein, dass in einzelnen Fällen eine Nicht-Besteuerung von Unternehmensgewinnen verhindert wird. Gleichzeitig ist auch eine Doppelbesteuerung ein und desselben Gewinns auszuschließen – und daher werden Staaten zum Teil Abstriche bei der Besteuerung machen müssen.

Die große Herausforderung ist zudem nicht die Verabschiedung eines Aktionsplans, sondern die Umsetzung der Vereinbarungen in nationales Recht. Hier warten verschiedene Fallstricke, da die Länder miteinander im Steuerwettbewerb stehen.

Ein Beispiel dafür sind die sogenannten Patentboxen: Selbst innerhalb der EU versuchen Länder wie die Niederlande oder Irland, auf Kosten anderer Länder mehr Gewinne ins Land zu locken, indem auf Gewinne aus Patenten und Markenrechten weniger Steuern gezahlt werden müssen.

In Deutschland zahlen internationale Konzerne nach IW-Berechnungen insgesamt Steuern in beträchtlicher Höhe, so dass Erwartungen an höhere Steuereinnahmen durch Inkrafttreten eines Maßnahmenkatalogs für mehr Transparenz überzogen sein dürften. Die Regulierung in Deutschland ist in diesem Bereich bereits sehr streng und verhindert weitgehend eine Verlagerung von Gewinnen ins Ausland.

Öffentliche Konsultation der Europäischen Kommission

Tobias Hentze: Öffentliche Konsultation zur Verbesserung der Transparenz der
Unternehmensbesteuerung

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24. März 2017

Interview „Der Braindrain ist das größte Problem“Arrow

Am Sonntag wählt Bulgarien, das ärmste EU-Mitgliedsland, ein neues Parlament. Galina Kolev, IW-Expertin im Kompetenzfeld Internationale Wirtschaftsordnung und Konjunktur, wurde in der bulgarischen Hauptstadt Sofia geboren. Mit dem iwd sprach Sie über die Probleme und Chancen ihres Heimatlands. mehr auf iwd.de

24. März 2017

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Die Europäische Union blickt auf 60 Jahre wirtschaftliche Zusammenarbeit zurück. Ansätze einer politischen Integration sind sogar noch älter, scheiterten aber am französischen Parlament. Mittlerweile wäre es allerdings an der Zeit, in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik enger zu kooperieren. mehr auf iwd.de

iwd, 22. März 2017

EU 60 years Treaty of RomeArrow

The European Union looks back on 60 years of economic cooperation. The first attempts to political integration are even older, but failed in the French parliament. Currently, however, closer cooperation in security and defense policy is urgently needed. mehr