Bemühungen um mehr Transparenz sind grundsätzlich zu begrüßen. Dabei ist jedoch klar zu unterscheiden, ob damit mehr Transparenz seitens multinationaler Unternehmen (MNU) gegen-über den Steuerbehörden oder der Öffentlichkeit gemeint ist.

Während mehr Transparenz gegenüber den Steuerbehörden insgesamt zu begrüßen ist, würde bei einer allgemeinen Veröffentlichung sensibler Unternehmensdaten der Verlust von Geschäftsgeheimnissen und damit möglicherweise von Wettbewerbsvorteilen drohen. Mehr Transparenz gegenüber den Steuerbehörden kann dagegen helfen, Vertrauen zwischen den Beteiligten aufzubauen.

Dies setzt voraus, dass die Steuerbehörden verantwortungsvoll mit den zusätzlichen Informationen umgehen. Letztlich kann das Risiko, dass Daten doch an die Öffentlichkeit gelangen, jedoch nicht ausgeschlossen werden.

Die Folge eines höheren Maßes an Transparenz wird nicht nur sein, dass in einzelnen Fällen eine Nicht-Besteuerung von Unternehmensgewinnen verhindert wird. Gleichzeitig ist auch eine Doppelbesteuerung ein und desselben Gewinns auszuschließen – und daher werden Staaten zum Teil Abstriche bei der Besteuerung machen müssen.

Die große Herausforderung ist zudem nicht die Verabschiedung eines Aktionsplans, sondern die Umsetzung der Vereinbarungen in nationales Recht. Hier warten verschiedene Fallstricke, da die Länder miteinander im Steuerwettbewerb stehen.

Ein Beispiel dafür sind die sogenannten Patentboxen: Selbst innerhalb der EU versuchen Länder wie die Niederlande oder Irland, auf Kosten anderer Länder mehr Gewinne ins Land zu locken, indem auf Gewinne aus Patenten und Markenrechten weniger Steuern gezahlt werden müssen.

In Deutschland zahlen internationale Konzerne nach IW-Berechnungen insgesamt Steuern in beträchtlicher Höhe, so dass Erwartungen an höhere Steuereinnahmen durch Inkrafttreten eines Maßnahmenkatalogs für mehr Transparenz überzogen sein dürften. Die Regulierung in Deutschland ist in diesem Bereich bereits sehr streng und verhindert weitgehend eine Verlagerung von Gewinnen ins Ausland.

Öffentliche Konsultation der Europäischen Kommission

Tobias Hentze: Öffentliche Konsultation zur Verbesserung der Transparenz der
Unternehmensbesteuerung

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Ansprechpartner

26. April 2017

Interview „Amerika wäre eine riesige Steueroase“Arrow

Seit der Wahl Donald Trumps sorgen die US-Pläne, die Unternehmensbesteuerung zu reformieren, weltweit für Aufregung. Johannes Becker, Direktor des Instituts für Finanzwissenschaft an der Universität Münster, erklärt, was der Systemwechsel für Europa – insbesondere für die Exportnation Deutschland – bedeuten würde. mehr auf iwd.de

25. April 2017

Gastbeitrag US-Steuerreform: Brillant oder fatal?Arrow

In den USA wird eine geradezu revolutionäre Reform der Unternehmensbesteuerung diskutiert, mit der die weltweiten Besteuerungsprinzipien aufgegeben würden. Die Pläne sind zwar theoretisch brillant, bergen aber viele Risiken. Im schlimmsten Fall droht sogar ein Handelskrieg, sagt Ralph Brügelmann, Steuerexperte beim Bundesverband der Deutschen Industrie, in seinem Gastbeitrag. mehr auf iwd.de

Erbschaftsteuer: Flat-Tax-Modell schlecht für kleine Unternehmen
IW-Kurzbericht, 21. April 2017

Martin Beznoska / Tobias Hentze Erbschaftsteuer: Flat-Tax-Modell schlecht für kleine UnternehmenArrow

Ein Flat-Tax-Modell mit einer breiten Bemessungsgrundlage und einem einheitlichen Steuersatz würde die Erbschaftssteuer vereinfachen. Im Vergleich zum jetzigen Recht müssten dann Erben von kleinen und mittleren Unternehmen höhere Steuern zahlen, während große Erb- und Schenkungsfälle in der Regel bessergestellt würden. mehr