Entgegen der häufigen Annahme, dass die Einsamkeit in Deutschland zunimmt, zeigt der Vergleich von Daten aus den Jahren 2013 und 2017 einen leichten allgemeinen Rückgang. Während sich im Jahr 2013 noch 10,5 Prozent aller Personen einsam gefühlt haben, sind es im Jahr 2017 noch 9,5 Prozent. Ein direkter personenbezogener Vergleich zeigt, dass in diesem Zeitraum etwa ein Viertel der Befragten einsamer geworden ist, fast ein Drittel ist im Jahr 2017 weniger einsam als vier Jahre zuvor. Einsamkeit tritt zwar häufiger bei älteren Personen auf, jedoch weist auch die mittlere Altersklasse der 30- bis 39-jährigen relativ hohe Werte auf. Am stärksten hat die Einsamkeit in diesem Zeitraum in den jüngeren Altersgruppen zugenommen.

Die Daten weisen nicht auf eine deutliche Steigerung der Einsamkeit hin. Die gestiegene Aufmerksamkeit für das Thema und die Forderung nach Maßnahmen zur Verringerung und Prävention der Einsamkeit sind angesichts der starken negativen individuellen sowie gesamtwirtschaftlichen Konsequenzen von Einsamkeit jedoch wichtig. Einige Zusammenhänge mit dem sozialen Umfeld sowie mit soziodemografischen Kriterien bieten Ansatzpunkte für die Ableitung von Maßnahmen. Dieser Report zeigt einige dieser Zusammenhänge auf: Eine häufigere Teilnahme an Freizeitaktivitäten ist mit geringerer Einsamkeit verbunden. Ein guter Gesundheitszustand sowie Erwerbstätigkeit sind tendenziell seltener mit Einsamkeit verbunden. Personen mit einem direkten Migrationshintergrund sind hingegen häufiger von dem Problem betroffen.

Maßnahmen, die die identifizierten Faktoren Gesundheit, Erwerbstätigkeit sowie Verfügbarkeit und Erreichbarkeit von Freizeitaktivitäten betreffen, können daher indirekt positiv auf die Einsamkeit wirken. Da Einsamkeit aber ein Problem mit vielschichten Ursachen und Zusammenhängen ist, bedarf es für Deutschland weiterer Forschung. Dieser Report gibt daher einen Überblick über den Stand und die Entwicklung und weist auf zukünftige Forschungsfelder hin.