Die internationale Wachstumsdebatte befindet sich immer noch unter dem Einfluss der Finanzkrise, weil sich in den Industriestaaten die Wachstumsraten nicht wie erwartet wieder erholt haben. Die verschiedenen Erklärungsansätze lassen sich in Angebots- und Nachfrageansätze unterscheiden. Die Vertreter der Nachfrageseite fordern ein radikales Umdenken makroökonomischer Politik, insbesondere eine Abkehr von dem Bestreben, die öffentlichen Haushalte mittelfristig tragfähig zu gestalten. Sie beziehen ihre Motivation vor allem aus dem extrapolierten Wachstumstrend vor dem Einsetzen der Finanzkrise. Dieser Text unterzieht diese Hauptmotivation der nachfrageseitigen Ansätze einer kritischen Würdigung, indem er die Extrapolation eines kurzfristigen Trends mit alternativen Trendkonzepten kontrastiert. Er relativiert deren theoretische und empirische Relevanz dahingehend, dass Forderungen nach radikalen Änderungen der vorherrschenden wirtschaftspolitischen Überzeugungen als nicht ausreichend begründet erscheinen. Stattdessen wird auf die Gefahren von langfristigen Verzerrungen hingewiesen, wenn Wirtschaftspolitik eingesetzt wird, um mit staatlicher Nachfrage, erhöhter expansiver Geldpolitik oder fehlerhafter Deregulierung das Wachstum zu erhöhen. Dabei werden auch historische Parallelen zu den Großen Depressionen nach 1873 und 1929 gezogen.

IW-Report

Martin Uebele: Trendvariation oder Säkulare Stagnation? Wachstum und Wirtschaftspolitik in historischer Perspektive

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8. Mai 2017

Michael Grömling Konjunkturprognose: Beschäftigung erreicht neuen RekordArrow

Bereits seit 2013 wächst die deutsche Wirtschaft fast ununterbrochen – und das wird vorerst auch so bleiben. Zwar schwächt sich das Wachstum 2017 laut IW-Prognose ein bisschen ab, doch das hat vor allem statistische Gründe. Besonders erfreulich: In diesem und im nächsten Jahr werden insgesamt eine Million neue Arbeitsplätze entstehen und die Beschäftigung auf ein neues Rekordniveau hieven. mehr auf iwd.de

IW-Trends, 8. Mai 2017

IW-Forschungsgruppe Konjunktur IW-Konjunkturprognose Frühjahr 2017Arrow

Die deutsche Wirtschaft bleibt weiter auf Expansionskurs. Das reale Bruttoinlandsprodukt wird im Jahr 2017 um gut 1 ½ Prozent und im Jahr 2018 um 1 ¾ Prozent zulegen. Dabei bremst in diesem Jahr die geringere Anzahl an Arbeitstagen die gesamtwirtschaftliche Leistung. mehr

IW-Konjunkturumfrage und -prognose
IW-Pressemitteilung, 8. Mai 2017

IW-Forschungsgruppe Konjunktur IW-Konjunkturumfrage und -prognose: Weiter auf ExpansionskursArrow

Der deutschen Wirtschaft geht es gut – trotz Brexit und des unsicheren Kurses der US-Regierung. Entsprechend zuversichtlich blicken die Unternehmen in die Zukunft. Das wirkt sich auch auf die Konjunktur aus: Das Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) rechnet für dieses Jahr mit einem Wachstum von gut 1 ½ Prozent. mehr