Mit der Begründung drohender Altersarmut wird seit einiger Zeit bereits die Eingliederung der bislang nicht gesetzlich versicherten Selbstständigen in die Gesetzliche Rentenversicherung diskutiert. Allerdings ist empirisch sehr wenig über die Altersvorsorge und die Vermögenssituation der Selbstständigen bekannt. Vor diesem Hintergrund versucht die vorliegende Kurzstudie einen Einblick in das beobachtbare Vermögen der Selbstständigen zu verschaffen.

 

Die Ergebnisse zeigen, dass das Median-Nettovermögen der Selbstständigen nicht nur insgesamt, sondern auch in der Altersklasse ab 65 Jahren deutlich über dem der sozialversicherungspflichtigen Bevölkerung liegt. Der Median der Altersbevölkerung in der Gruppe der Selbstständigen liegt bei 141.000 Euro – und somit 100.000 Euro über dem der Vergleichsgruppe.

Beim Übergang von der Altersklasse der 55- bis 64-Jährigen zu den über 65-Jährigen ergeben sich interessante Unterschiede zwischen Selbstständigen und Arbeitnehmern. Während der Median des Vermögens der Arbeitnehmer in der höchsten Altersklasse deutlich absinkt und die Vermögensungleichheit innerhalb der Altersklasse steigt, sind die Effekte für die Selbstständigen genau umgekehrt. Auch der Anteil der Personen mit einem Nettovermögen von unter 20.000 Euro ist bei den Selbstständigen in der höchsten Altersklasse mit 12 Prozent am geringsten. Bei den Arbeitnehmern liegt dieser Anteil bei 40 Prozent und damit deutlich höher als in der Altersklasse der 55- bis 64-Jährigen (34 Prozent).

Die Ergebnisse der Studie deuten auf große strukturelle Unterschiede im Vermögensaufbau und in der Vermögenssituation im Alter zwischen Selbstständigen und sozialversicherungspflichtig Beschäftigten hin. Die Vermögenssituation der Selbstständigen stellt sich hierbei über alle Altersklassen als deutlich besser heraus als bei den Arbeitnehmern. Um die Frage der Altersarmut abschließend zu beantworten, müssen allerdings die Vermögens- und Einkommensverhältnisse zusammen und im Haushaltskontext betrachtet werden. Des Weiteren ist die Identifizierung der Selbstständigen und ihrer Ruhestandsbevölkerung in den Daten nicht trivial. Hier ergibt sich für weiterführende Forschung weiteres Differenzierungspotential über die beobachteten Erwerbsverläufe der Personen.