Zudem leidet der Dienstleistungssektor besonders stark. Dies führt zu starken Umsatzausfällen bei etwa 2,2 Millionen Unternehmen – über der Hälfte des Gesamtbestands – und verursachte bislang Kurzarbeitsanzeigen für gut 10 Millionen Beschäftigte. Ein längerer Lockdown oder anhaltende Umsatzausfälle auch nach Lockerung der Beschränkungen, wie sie aktuell von den Bundesländern Schritt für Schritt vorgenommen werden, kann für viele Unternehmen aufgrund des damit verbundenen Liquiditätsentzugs existenzgefährdende Folgen haben. Liquiditätshilfen des Staates können zwar eine Überbrückungshilfe leisten, verhindern jedoch nicht eine Überschuldung der Unternehmen bei fortschreitendem Kapitalverzehr. Zuschüsse werden jedoch von Bundesseite nur für Kleinstunternehmen mit bis zu 10 Beschäftigten und auch nur in geringem Umfang bis maximal 15.000 Euro gewährt.

Stabilisierend wirkt in dieser kritischen Situation die gute Eigenkapitalbasis, die sich die mittelständischen Unternehmen in den letzten 20 Jahren aufgebaut haben. Daten und Untersuchungen der Bundesbank, der KfW Research, von Creditreform und dem Bundesverband der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken werden nachfolgend herangezogen, um die Entwicklung der Eigenkapitalausstattung und der Bilanzqualität seit der Jahrtausendwende aufzuzeigen. Kleinunternehmen und mittelständische Personengesellschaften, die den Großteil des Unternehmensbestandes ausmachen, konnten dabei ihre Bilanzstruktur am stärksten verbessern. Die solide Kapitalausstattung des deutschen Mittelstands wird einen Anstieg der Insolvenzzahlen infolge der Krise zwar nicht verhindern können, wirkt jedoch im Durchschnitt als Existenzsicherung.