Der demografische Wandel stellt in den nächsten Jahrzehnten die zentrale Herausforderung für die umlagefinanzierte Gesetzliche Rentenversicherung dar. Das Statistische Bundesamt geht in der Variante 1 seiner 13. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung (Szenario „Kontinuität bei schwächerer Zuwanderung“) davon aus, dass sich die Anzahl der Personen im Ruhestandsalter (ab 67 Jahren) je 100 Personen im Erwerbsalter (zwischen 20 und 66 Jahren) von derzeit rund 30 (Stand 2013) bis zum Jahr 2060 auf 57 nahezu verdoppeln wird (Statistisches Bundesamt, 2015). Aber nicht alle Personen im Erwerbsalter sind sozialversicherungspflichtig erwerbstätig. Deshalb gibt die Bevölkerungsentwicklung die Verhältnisse im Versichertenkollektiv der Gesetzlichen Rentenversicherung nicht korrekt wieder. Im Jahr 2014 wurden 34,4 Millionen aktiv Versicherte (ohne geringfügig Beschäftigte) gezählt, für die rentenrechtliche Zeiten im Berichtszeitraum registriert wurden (Deutsche Rentenversicherung, 2016, 24). Denen standen im gleichen Jahr rund 20,6 Millionen Rentner gegenüber (Deutsche Rentenversicherung, 2016, 209). Unterstellt man, dass die aktiv Versicherten auch Beitragszahler sind, und reduziert man gleichzeitig die Zahl der Rentner um die Anzahl der Waisenrenten, dann kamen im Jahr 2014 etwa 0,59 Rentner auf einen Beitragszahler. Überträgt man die oben beschriebene Dynamik der Bevölkerungsalterung auf das Versichertenkollektiv der Gesetzlichen Rentenversicherung, dann muss unter ansonsten gleichen Bedingungen und Verhaltensweisen damit gerechnet werden, dass im Jahr 2060 auf einen Rentner kaum noch ein Beitragszahler kommen wird.