Neben der möglichen Strategie, eine Herdenimmunität durch Infizierung von 60 bis 70 Prozent der Bevölkerung anzustreben, ist ein geeigneter Impfstoff die große Hoffnung, um in naher Zukunft die „alte Normalität“, wie es der deutsche Vizekanzler und Finanzminister Olaf Scholz nennt, wiederherzustellen. Vor diesem Hintergrund suchen Wissenschaftler öffentlicher Institutionen und pharmazeutischer Unternehmen unter Hochdruck nach Innovationen.

Diese Studie untersucht aktuelle wissenschaftliche Publikationen auf Basis von bibliometrischen Daten von „Europe PubMed Central“, um mögliche Spillover-Effekte von der Wissenschaft auf den pharmazeutischen Innovationsprozess zu analysieren. Die zeitliche und ländervergleichende Analyse der wissenschaftlichen Publikationen vom 1. Dezember 2019 bis zum 25. April 2020 zeigt eine Flut an neuen Beiträgen und Erkenntnissen, die dabei helfen sollen, das Virus „SARS-CoV-2“ besser zu verstehen, um vor diesem Hintergrund ein Gegenmittel entwickeln zu können. Abgesehen von der quantitativ beeindruckenden Anzahl an Publikationen wird mit Blick auf deren Qualität deutlich, dass Deutschland eine führende Position in der wissenschaftlichen Forschung einnimmt. Die Position Deutschlands in der Bekämpfung des Virus motiviert eine Detailbetrachtung. Neben einer Analyse nach Standorten und Institutionen, die die Forschungsleistung Deutschlands besser verstehen lässt, soll auch die Bedeutung dieser für den deutschen Pharma-Standort im Mittelpunkt stehen. Lockerungen der politisch ergriffenen Maßnahmen zur Bekämpfung der Auswirkungen des Virus auf die Gesundheit der Bevölkerung und auf die Wirtschaft bedürfen einer Rückkoppelung mit Erkenntnissen aus der wissenschaftlichen Forschung und Innovationen aus der Pharmaindustrie.