Im Laufe der letzten Wochen hat die Corona-Pandemie zu einer kontinuierlichen Revision der Wachstumsprognosen weltweit geführt. Die meisten Prognostiker gehen davon aus, dass dem Einbruch der globalen wirtschaftlichen Aktivität in der ersten Jahreshälfte 2020 eine Erholungsphase folgt, die allerdings kaum den vorangehenden Einbruch kompensieren dürfte.

  • Besonders Volkswirtschaften mit einem hohen Offenheitsgrad, mit einer starken Betroffenheit von der Virusausbreitung, mit geringen fiskalischen Kapazitäten sowie mit einer hohen Abhängigkeit von stark betroffenen Sektoren dürften starke Einbußen der Wirtschaftsleistung verzeichnen.
  • Eine entschlossene und konzertierte Reaktion der Politik weltweit ist entscheidend, um die Folgen der globalen Virusausbreitung auf die Gesundheit und die Wirtschaft einzudämmen.
  • Für Deutschland lagen die Erwartungen für das Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts in der vergangenen Woche zwischen 0 und knapp -5 Prozent. Dabei muss der unterschiedliche Wissensstand über die Ausbreitung und Politikmaßnahmen berücksichtigt werden.
  • In einigen Szenarien wurden auch deutlich höhere Rückgänge thematisiert. Am 23. März legte das ifo-Institut diverse Szenarienrechnungen für Deutschland vor. Dabei wurden unterschiedlich starke Einbrüche und Erholungsphasen unterstellt. Die Rückgänge beim BIP liegen dabei für das Gesamtjahr 2020 zwischen 5 und 20 Prozent.
  • IW-Rechnungen signalisieren – im Gegensatz zur Finanzmarktkrise 2009 – auch erhebliche Belastungen im Dienstleistungssektor. Auch hier hängen die gesamtwirtschaftlichen Beeinträchtigungen von der Dauer und dem Tempo der anschließenden Erholungsphase ab.