Im Jahr 2015 wurden in Deutschland über eine Million Flüchtlinge registriert. In demselben Zeitraum wurden etwa 450.000 Asylanträge gestellt, was die höchste Antragszahl seit 1992 darstellt. Von den 450.000 Anträgen sind ungefähr 50 Prozent positiv beschieden worden, sodass nicht nur viele Anträge eingegangen sind, sondern auch viele Menschen längerfristig in Deutschland bleiben werden, die es zu integrieren gilt.

Diese Zuwanderung birgt gleichzeitig Herausforderungen und Chancen. Vor allem stellt sie die Menschen, Gesellschaft und Staaten jedoch vor eine Vielzahl von Dilemmata, die im folgenden Report beleuchtet werden. Dabei werden insbesondere die ethischen Dilemmata betrachtet, die auf den drei Ebenen der Gesellschaft vorliegen. Die Ordnungsebene steht vor Dilemmata hinsichtlich staatlicher Entscheidungen wie der geeignetsten Verteilung von Flüchtlingen über die Länder oder der Ausgestaltung von Asylverfahren. Die Institutionenebene sieht sich vor Entscheidungen wie der Unsicherheit bei der Einstellung von Flüchtlingen. Auf der Individualebene muss jeder Einzelne das Dilemma überwinden, ob und in welchem Ausmaß er eigenen Aufwand betreiben möchte, um eine Integration der Flüchtlinge zu unterstützen.

IW-Report

Dominik Enste / Janaina Drummond Nauck / Regina Schneider: Facetten und Fakten der Flüchtlingsdebatte – Eine Analyse aus wirtschaftsethischer Perspektive

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Eckpunkte eines modernen Zuwanderungsrechts
IW policy paper, 17. November 2017

Wido Geis Eckpunkte eines modernen ZuwanderungsrechtsArrow

Deutschland braucht ein modernes Einwanderungsrecht. Einerseits ist das Land zunehmend auf gut ausgebildete Personen aus Drittstaaten angewiesen. Andererseits machen sich viele vorwiegend niedrigqualifizierte Personen ohne Dokumente auf den Weg nach Deutschland, was zu Wanderungsbewegungen führt, die besser gesteuert werden sollten. mehr

Veranstaltung
Veranstaltung, 2. November 2017

XXVII. Wirtschaftsethisches Forum Populismus und Ökonomik in Zeiten neuer MarktkritikArrow

Eine Erklärung für den Zuwachs populistischer Parteien wird in zunehmender sozialer Ungleichheit und Abstiegsängsten der Mittelschicht gesehen. Der Erfolg des Populismus führt dazu, dass moralische Dimensionen des Wirtschaftens wieder stärker beachtet werden. mehr

„Wir müssen uns aussuchen, wer kommen darf“
Interview, 30. Oktober 2017

Michael Hüther in der Welt „Wir müssen uns aussuchen, wer kommen darf“Arrow

Viel scheint die vier Parteien der möglichen Jamaika-Koalition nicht zu einen. Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln, glaubt aber: Gerade FDP und Grüne könnten durchaus gemeinsame Projekte finden und die Union so vor sich hertreiben. mehr