Der deutsche Wohnungsmarkt entwickelt sich sehr unterschiedlich. Während die Nachfrage in einigen Städten aufgrund von Zuwanderung aus dem In- und Ausland stark steigt, schrumpfen andere Regionen zum Teil deutlich. Auf Basis der demografischen Entwicklung und des notwendigen Ersatzbedarfs, der sich aus dem natürlichen Abgang im Wohnungsmarkt ergibt, wurde in dieser Studie der Baubedarf für Deutschland und die einzelnen Kreise ermittelt. Insgesamt müssen in Deutschland im Zeitraum 2015 bis 2020 jährlich etwa 266.000 Wohnungen gebaut werden, die aktuelle Bautätigkeit liegt mit etwa 245.000 Wohnungen noch darunter. Im langfristigen Mittel bis 2030 werden jährlich 237.000 Wohnungen benötigt. Entscheidender ist jedoch, dass die Verteilung der Bautätigkeit vielerorts nicht den Bedarfen entspricht. Während in den Großstädten wie Berlin, Hamburg und München die Bautätigkeit deutlich unter den Bedarfen liegt, wird in einigen Kreisen schon jetzt zu viel gebaut. Diese Diskrepanz zwischen Bautätigkeit und Baubedarf erfordert eine größere wirtschaftspolitische Beachtung. Während in den Großstädten mehr Bauflächen bereitgestellt und bestehende Restriktionen überdacht werden müssen, gilt es in den schrumpfenden Kreisen die Wohnungsnachfrage nach innen zu lenken und eine Zersiedelung durch neue Baugebiete zu vermeiden. Hilfreich könnte darüber hinaus eine bessere Vernetzung der Regionen sein, um eine Separierung von Wohn- und Arbeitsstandort leichter zu ermöglichen.

IW policy paper

Ralph Henger / Michael Schier / Michael Voigtländer: Der künftige Bedarf an Wohnungen – Eine Analyse für Deutschland und alle 402 Kreise

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„Wohnen in Deutschland 2017“
Gutachten, 22. März 2017

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Kaufen oder mieten: Lohnt der Kauf von Wohneigentum? Wie viel Jahresnettoeinkommen müssen Käufer in den verschiedenen Regionen für den Erwerb einer Immobilie aufwenden? Diese und andere spannende Fragen beantwortet die Sparda-Studie „Wohnen in Deutschland“ 2017. mehr

Trends in der Wohneigentumsbildung
Gutachten, 2. März 2017

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Trotz niedriger Zinsen stagniert die Wohneigentumsbildung. In einem Gutachten für die Schwäbisch Hall Stiftung bauen-leben-wohnen hat das Institut der deutschen Wirtschaft Köln untersucht, welche Maßnahmen mehr Haushalten Wohneigentum ermöglichen würden. mehr

Wohneigentumsförderung
IW-Pressemitteilung, 2. März 2017

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Wohneigentum ist ein wichtiger Teil der Altersvorsorge. Doch trotz niedriger Zinsen bleibt die Bundesrepublik ein Land der Mieter. Grund dafür sind neben dem mangelnden Angebot an Immobilien auch die hohen Eigenkapitalanforderungen und die erheblichen Kaufnebenkosten. Dabei gäbe es Wege aus dem Dilemma, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). mehr