Die Frage nach bezahlbarem Wohnraum ist derzeit omnipräsent in der Politik. Insbesondere wird dabei gefragt, wie die Mietendynamik reduziert und durch Transfers und Subvention die Wohnkosten gesenkt werden können. Bislang kaum adressiert wurde jedoch die Frage, welche Anbietergruppen günstigen Wohnraum anbieten.

Aufbauend auf einer Auswertung von 300.000 Angebotsinseraten für die zehn größten Städte in Nordrhein-Westfalen zeigt diese Untersuchung, dass vor allem große Wohnungsunternehmen günstige Wohnungen anbieten. Neben Genossenschaften und kommunalen Wohnungsgesellschaften sind dies vor allem große private Wohnungsunternehmen. Diese privaten Wohnungsunternehmen stellen teilweise ein deutliches größeres Wohnungsangebot zur Verfügung als Genossenschaften oder öffentliche Anbieter.

Die Preisunterschiede zwischen den Gruppen zeigen sich nicht nur bei den Durchschnittsmieten, sondern auch im Rahmen einer ökonometrischen Analyse. Bei gleichen Lagen und Wohnungsqualitäten liegen die Mieten der Genossenschaften 16 Prozent und die der kommunalen Wohnungsgesellschaften 5,7 Prozent unter dem Mietenniveau der anderen Wohnungsunternehmen und der anderen privaten Vermieter (Kleinvermieter). Große Wohnungsunternehmen ordnen sich mit einem Wert von 6,5 Prozent zwischen den Genossenschaften und den kommunalen Wohnungsgesellschaften ein.

Ursächlich für die Mietpreisvorteile sind vor allem Größenvorteile. Diese Kostenvorteile erlauben es den Unternehmen günstigere Mieten anzubieten. Die Ergebnisse der Studie legen nahe, dass die Politik zur Sicherstellung bezahlbaren Wohnraums nicht nur auf kommunale Gesellschaften setzen sollte, sondern auch große private Wohnungsunternehmen berücksichtigen sollte.

IW policy paper in Kooperation mit der LEG Immobilien AG

Philipp Deschermeier / Heide Haas / Michael Voigtländer: Anbieter von günstigem Wohnraum – Eine Analyse für zehn Großstädte in NRW

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Ansprechpartner

28. Juli 2017

Andreas Wodok Bald 2.000 Euro Miete?Arrow

Wohnen wird in Deutschland immer teurer, vor allem in den Städten. Wie es dazu kommen konnte, weiß Michael Voigtländer, der im Institut der deutschen Wirtschaft Köln seit mehr als zehn Jahren den Immobilienmarkt erforscht. In seinem kürzlich erschienenen Buch „Luxusgut Wohnen“ macht er verständlich, wie der Wohnungsmarkt tickt, was gegen Wohnungsnot hilft – und welche Wege der Wohnungspolitik ganz sicher in die Irre führen. mehr auf iwd.de

27. Juli 2017

Philipp Deschermeier Bauwahn auf der grünen WieseArrow

In Deutschland wird zu wenig gebaut, heißt es oft. Doch so pauschal stimmt das nicht – manche Landstriche schießen in ihrer Bauwut weit über den Bedarf hinaus. mehr auf iwd.de

Misslungene Wohnungspolitik – Falsche Rezepte neu aufgekocht
Gastbeitrag, 20. Juli 2017

Michael Voigtländer auf n-tv.de Misslungene Wohnungspolitik – Falsche Rezepte neu aufgekochtArrow

Die Große Koalition hat eine Wohnungspolitik wie in den 1970er-Jahren verfolgt. Mietpreisregulierungen und der Ausbau des sozialen Wohnungsbaus - all dies ist schon damals gescheitert. Ein Gastbeitrag von Michael Voigtländer, Leiter des Kompetenzfelds Finanz- und Immobilienmärkte im Institut der deutschen Wirtschaft Köln. mehr