Anhand von Beispielrechnungen für unterschiedliche Haushaltskonstellationen und Einkommenssituationen werden die Entlastungspläne bei Einkommensteuer, Solidaritätszuschlag und Sozialabgaben in den Wahlprogrammen von SPD und Union untersucht.

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Insgesamt profitieren Familien unabhängig vom Ehestatus relativ betrachtet am stärksten von den Plänen beider Parteien. Für Haushalte ohne Kinder fallen die Entlastungen geringer aus. Bei der von der Union angekündigten Anhebung des Kinderfreibetrags auf das Existenzminimum der Erwachsenen und einer entsprechenden Anhebung des Kindergeldes werden Familien mit zwei Kindern in den Beispielrechnungen um bis zu 5 Prozent des Bruttoeinkommens entlastet und damit stärker als nach den SPD-Plänen.

Kinderlose Haushalte mit mittlerem Haushaltseinkommen profitieren mehr von den Plänen der SPD, die in diesen Fällen bis zu 2 Prozent des Bruttoeinkommens ausmachen. Hierbei wirkt sich vor allem die ersatzlose Streichung des Solidaritätszuschlags für Gering- und Mittelverdiener aus. Allerdings stellen sich Alleinverdiener-Ehen ohne Kinder ab einem Bruttoeinkommen von 50.000 Euro nach dem SPD-Konzept durch die Einschränkung des Ehegattensplittings schlechter als im Status quo. Für kinderlose Geringverdiener-Haushalte versprechen beide Steuerkonzepte etwa die gleiche Entlastung.

Verglichen mit der sich aufgebauten Mehrbelastung der Steuerzahler über die nominalen Einkommensteigerungen seit dem Jahr 2010 werden nur Familien in der Maximal-Variante des Union-Konzepts ausreichend entlastet. Bei Singles und Ehepaaren ohne Kinder werden nur die Mittelverdiener im SPD-Konzept ausreichend kompensiert. In den meisten anderen Fällen bleibt auch nach Umsetzung der Steuerpläne eine Netto-Belastungswirkung der Einkommensteuer.