Die Wahlbeteiligung der letzten beiden Bundestagswahlen war noch nie derart gering. Bei der bevorstehenden Europawahl ist sogar zu vermuten, dass sich weniger als 50 Prozent an der Abstimmung beteiligen werden. Vor allem bildungsferne und junge Menschen wählen besonders selten. Menschen über 60 hingegen beteiligen sich sehr häufig und machen überdies eine doppelt so große Wählerschaft aus wie die 18 bis 25-Jährigen. Die Qualität einer Demokratie aber zeichnet sich unter anderem durch eine gleichmäßige Wahlbeteiligung aller Bevölkerungsgruppen aus. Einige Länder setzten deswegen eine Wahlpflicht durch. Wir untersuchen jedoch Maßnahmen, welche die Freiheit der Bürger beachten und zeigen einige Beispiele aus USamerikanischen Wahlkämpfen auf, die zu einer Erhöhung der Wahlbeteiligung geführt haben. Dort werden die Wähler beispielsweise nach ihrem Vorhaben am Wahltag befragt. Diese Frage führt zu einer Visualisierung des eigenen Tagesablaufs wodurch sich die Wahlbeteiligung deutlich erhöhte. Auch der Hinweis darauf, dass die Mehrheit der Wähler wählen geht, appelliert an den Herdentrieb und das Anpassen an die soziale Norm. Ebenso spielen das Timing und der Kontext, in dem die Wahlwerbung initiiert wird, eine Rolle. In der EU und in Deutschland könnte die Wahlbeteiligung der Bürger dadurch wieder erhöht und die Legitimation der Regierungsbildung gestärkt werden.

IW policy paper

Mara Ewers / Marie Möller: Wahlen, Wohlstand, Wohlbefinden – Über eine geringe Wahlbeteiligung und sieben sanfte Wege, sie zu erhöhen

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„Die FDP hat keine überzeugenden Gründe genannt”
Interview, 22. November 2017

Michael Hüther auf Spiegel Online „Die FDP hat keine überzeugenden Gründe genannt”Arrow

Deutschland fährt auch ganz gut unregiert? Mitnichten, widerspricht Michael Hüther. Der Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln erklärt im Interview mit Spiegel Online, warum er sich über die FDP ärgert. mehr

Jamaika-Koalition
Pressemitteilung, 15. November 2017

Hans-Peter Klös Jamaika-Koalition: Noch ein weiter WegArrow

Die Sondierungsgespräche für eine mögliche Jamaika-Koalition gehen in die entscheidende Phase. Eine Analyse des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln zeigt, wie weit Union, FDP und Grüne in manchen Politikfeldern noch von einer Einigung entfernt sind. Gelingt diese jedoch unter Wahrung der Haushaltsdisziplin, liegen in dem Bündnis große Chancen. mehr