Die Wahlbeteiligung der letzten beiden Bundestagswahlen war noch nie derart gering. Bei der bevorstehenden Europawahl ist sogar zu vermuten, dass sich weniger als 50 Prozent an der Abstimmung beteiligen werden. Vor allem bildungsferne und junge Menschen wählen besonders selten. Menschen über 60 hingegen beteiligen sich sehr häufig und machen überdies eine doppelt so große Wählerschaft aus wie die 18 bis 25-Jährigen. Die Qualität einer Demokratie aber zeichnet sich unter anderem durch eine gleichmäßige Wahlbeteiligung aller Bevölkerungsgruppen aus. Einige Länder setzten deswegen eine Wahlpflicht durch. Wir untersuchen jedoch Maßnahmen, welche die Freiheit der Bürger beachten und zeigen einige Beispiele aus USamerikanischen Wahlkämpfen auf, die zu einer Erhöhung der Wahlbeteiligung geführt haben. Dort werden die Wähler beispielsweise nach ihrem Vorhaben am Wahltag befragt. Diese Frage führt zu einer Visualisierung des eigenen Tagesablaufs wodurch sich die Wahlbeteiligung deutlich erhöhte. Auch der Hinweis darauf, dass die Mehrheit der Wähler wählen geht, appelliert an den Herdentrieb und das Anpassen an die soziale Norm. Ebenso spielen das Timing und der Kontext, in dem die Wahlwerbung initiiert wird, eine Rolle. In der EU und in Deutschland könnte die Wahlbeteiligung der Bürger dadurch wieder erhöht und die Legitimation der Regierungsbildung gestärkt werden.

IW policy paper

Mara Ewers / Marie Möller: Wahlen, Wohlstand, Wohlbefinden – Über eine geringe Wahlbeteiligung und sieben sanfte Wege, sie zu erhöhen

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AfD
Pressemitteilung, 9. August 2017

Knut Bergmann / Matthias Diermeier / Judith Niehues AfD-Anhänger neigen zu ExtremenArrow

In beinahe allen politischen Sachfragen haben Anhänger der Alternative für Deutschland (AfD) extremere Ansichten als die anderer Parteien. Das zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW). Selbst in der eurokritischen Anfangszeit sprachen sich AfD-Sympathisanten vor allem gegen Zuwanderung aus. mehr

AfD-Wähler in NRW
IW-Kurzbericht, 1. August 2017

Knut Bergmann / Matthias Diermeier / Judith Niehues NRW-Wahl: Nur wenige AfD-Wähler arbeitslosArrow

Obwohl die Bedingungen für einen Wahlerfolg der AfD bei der Landtagswahl am 13. Mai 2017 günstig waren, fiel das Ergebnis eher schlecht aus. Besonders gut schnitt die AfD in den vom Strukturwandel betroffenen Regionen des Ruhrgebiets mit hoher Arbeitslosigkeit ab. Arbeitslose selbst jedoch stellen nur eine kleine Gruppe des AfD-Elektorats, das sich hauptsächlich aus Angestellten und Arbeitern zusammensetzt. mehr

Gastbeitrag, 25. Juli 2017

Hubertus Bardt im Handelsblatt Der Freihandel ist ein rotes TuchArrow

Beim Freihandel treffen sich linke mit rechten Positionen. Doch schädliche politische Konzepte werden auch durch die schönste ideologische Einordnung nicht überzeugend, schreibt IW-Wissenschaftsleiter Hubertus Bardt in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt. mehr