Die Wahlbeteiligung der letzten beiden Bundestagswahlen war noch nie derart gering. Bei der bevorstehenden Europawahl ist sogar zu vermuten, dass sich weniger als 50 Prozent an der Abstimmung beteiligen werden. Vor allem bildungsferne und junge Menschen wählen besonders selten. Menschen über 60 hingegen beteiligen sich sehr häufig und machen überdies eine doppelt so große Wählerschaft aus wie die 18 bis 25-Jährigen. Die Qualität einer Demokratie aber zeichnet sich unter anderem durch eine gleichmäßige Wahlbeteiligung aller Bevölkerungsgruppen aus. Einige Länder setzten deswegen eine Wahlpflicht durch. Wir untersuchen jedoch Maßnahmen, welche die Freiheit der Bürger beachten und zeigen einige Beispiele aus USamerikanischen Wahlkämpfen auf, die zu einer Erhöhung der Wahlbeteiligung geführt haben. Dort werden die Wähler beispielsweise nach ihrem Vorhaben am Wahltag befragt. Diese Frage führt zu einer Visualisierung des eigenen Tagesablaufs wodurch sich die Wahlbeteiligung deutlich erhöhte. Auch der Hinweis darauf, dass die Mehrheit der Wähler wählen geht, appelliert an den Herdentrieb und das Anpassen an die soziale Norm. Ebenso spielen das Timing und der Kontext, in dem die Wahlwerbung initiiert wird, eine Rolle. In der EU und in Deutschland könnte die Wahlbeteiligung der Bürger dadurch wieder erhöht und die Legitimation der Regierungsbildung gestärkt werden.

IW policy paper

Mara Ewers / Marie Möller: Wahlen, Wohlstand, Wohlbefinden – Über eine geringe Wahlbeteiligung und sieben sanfte Wege, sie zu erhöhen

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„Politik muss Arbeit schaffen”
Interview, 26. April 2017

Christoph Schröder auf WDR 5 „Politik muss Arbeit schaffen”Arrow

Soziale Gerechtigkeit zielt in erster Linie darauf, Armut zu mildern und Chancen zu verbessern. Der Armutsforscher Christoph Schröder vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln erklärt im WDR 5-Interview, was die Politik gegen Armut tun sollte. mehr

Hans-Peter Klös im Deutschlandfunk
Interview, 22. April 2017

Hans-Peter Klös im Deutschlandfunk „Fundamentalopposition, die durch die Realität kaum zu decken ist”Arrow

IW-Geschäftsführer Hans-Peter Klös hält viele Forderungen im Entwurf zum AfD-Wahlprogramm für krude und nicht nachvollziehbar. Es sei eine Mischung aus wirtschaftsliberalen, aber anti-freihändlerischen Positionen mit sozialpopulistischen Elementen. Für nicht nachvollziehbar hält er insbesondere die globalisierungs- und eurokritischen Positionen der AfD, erklärte er im Interview mit dem Deutschlandfunk. mehr