Europa hinkt im Vergleich zu den Vereinigten Staaten oder Israel bei der Zahl erfolgreicher Startups hinterher. Innovationsstarke Gründungen, die innerhalb weniger Jahre zu globalen Konzernen wie Google oder Amazon heranwachsen, finden nicht hier statt. In vielen Staaten und Regionen Europas gibt es eine hartnäckige Wachstumsschwäche mit hoher Arbeitslosigkeit, zu deren Überwindung auch ein Gründungsboom zur Umsetzung neuer kreativer Ideen beitragen könnte. Selbst in Deutschland, das eine gute makroökonomische Performance vorweist, sinken die Gründungszahlen seit mehreren Jahren.

Vieles weist darauf hin, dass die konstatierte Gründungsschwäche Europas auch eine kulturelle Dimension besitzen könnte. Besonders gründungsstarke Regionen, die auf innovative Start-ups konzentriert sind, haben offenbar einen starken „Entrepreneurial Spirit“. In diesem Policy Paper wird deshalb der Frage nachgegangen, was die „Entrepreneurial Culture“ erfolgreicher Gründungsregionen ausmacht und inwieweit eine unterschiedliche Gründungskultur zu den Differenzen im Gründungsgeschehen zwischen weiten Teilen Europas und anderen hoch entwickelten Volkswirtschaften, speziell den Vereinigten Staaten, Großbritannien und Israel, beiträgt. Neben den gesellschaftlichen und institutionellen Rahmenbedingungen einer Gründerkultur wird auch auf die Persönlichkeitsstruktur erfolgreicher Entrepreneure beleuchtet. Nach einem internationalen Vergleich der Gründungsquoten wird auf die unterschiedlichen Startup-Systeme in Europa, Amerika und Israel eingegangen, die auch auf Unterschiede in der Verfügbarkeit von Wagniskapital zurückzuführen sein dürften. Abschließend wird die Rolle des Bildungssystems in der Vermittlung von wirtschaftlichen Kenntnissen sowie Entrepreneurship beleuchtet, bevor im Fazit Empfehlungen zum Ausbau von Gründerkultur und Risikobereitschaft gegeben werden.